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deren Prinzipien man nicht kennt! Man könnte
diese Stelle mit Recht von Anfang bis zu Ende
kritisiren. Ich habe sie hier ganz angeführt, damit ¬
man aus den Irrthümern eines sonst so vortreflichen ¬
Schriftstellers, wie Du Bos ist, lernen
möge, daß wir allemal Gefahr laufen, uns in
unsern Muthmaßungen zu irren, wenn wir unbestimmte =
Begriffe zum Grund legen.
Keiner, der die Entstehungsart der Töne, und
die künstliche Art, wie die Intonation derselben
uns natürlich wird, kennt, wird je annehmen, man
könne sie in Vierteltöne abtheilen, und das ut re
u. s. w. derselben könne einem so bald geläufig
werden, wie die Modulationszeichen in der Musik.
Die Musiker, auf welche sich Du Bos beruft,
konnten sehr vortrefliche Praktiker seyn, es scheint
aber, daß sie die Kunst, deren wahre Prinzipien
Herr Rameau zuerst festgesezt hat: gar nicht gekannt =
haben.
§. 22. Es ist in der Entstehungsart der Harmonie =
bewiesen; 1) daß man einen Ton nur in so
fern schäzen kann, in so fern er hinlänglich genug
ausgehalten wird, um seine Harmonie verständlich =
zu machen. 2) Daß die Stimme nach einander ¬
nicht mehrere Töne anstimmen kann, die bestimmte =
Intervalle unter einander ausmachen;
wofern sie nicht durch einen Fundamentalbaß geleitet =
wird. 3) Daß es keinen Fundamentalbaß
giebt, der eine Folge von Vierteltönen geben könnte. =
Nun aber werden die Töne bey unsrer Deklamation =
größtentheils nur wenig ausgehalten. Sie
folgen in Vierteltönen oder auch in noch kleinern