Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ben.
Auf  solche  Weise  würde  man  die  allerkleinsten ¬
  Erhebungen  der  Stimme,  die  wenigstens
unsern  Ohren  bemerkbar  sind,  bezeichnen  können.
„Unsre  Verse  führen  ihr  Maas  nicht  wie  die
metrischen  Verse  der  Griechen  und  der  Römer  mit
sich.  Man  hat  mir  aber  gesagt,  man  könne  sich
desselben  bey  der  Deklamation  zur  Anzeige  des
Werths  der  Noten  und  auch  der  Intonation  bedienen. ¬
  Man  dürfe  einer  weißen  Note  nur  den
Werth  einer  schwarzen  oder  halben,  und  einer
schwarzen  dürfe  man  nur  den  Werth  einer  geschwänzten ¬
  Note  geben,  und  den  Werth  der  übrigen =
  in  eben  diesem  Verhältniß  bestimmen."
„Ich  sehe  wohl  ein,  daß  diese  Art  von  Musik
anfänglich  nicht  ein  jeder  fertig  werde  weglesen ¬
  und  die  Noten  richtig  werde  anstimmen
können.  Allein,  wenn  man  Kinder  von  funfzehn
Jahren  ohngefähr  sechs  Monate  hindurch  diese
Jntonation  lehrte:  so  würde  man  seine  Absicht  erreichen. =
  Ihre  Organen  würden  sich  nach  dieser
Intonation,  nach  dieser  Aussprache  der  Noten,
die  nicht,  um  gesungen  zu  werden,  da  sind,  eben
so  beugen,  wie  sie  sich  zur  Jntonation  unsrer  gewöhnlichen =
  Musik  gewöhnen.  Uebung  und  Fertigkeit, =
  die  auf  die  Uebung  folgt,  sind  bey  der
Stimme  eben  das,  was  der  Bogen  eines  Musikers
beym  Violon  ist.  Kann  man  wohl  glauben,  diese
Intonation  möchte  Schwierigkeit  haben?  Die
Stimme  dürfte  ja  nur  angewöhnt  werden,  daß
sie  dasjenige  methodisch  verrichte,  was  sie  alle
Tage  bey  Unterredungen  thut.  Man  redet  bisweilen ¬
  schnell,  bisweilen  langsam.  Man  gebraucht
            
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