Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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nicht  verstehn,  wofern  sie  ihre  Stimme  nicht  durch
sehr  von  einander  verschiedene  Grade  beugten.
Wir  finden  es  ja  noch  an  uns,  daß  je  weniger
uns  eine  Sprache  geläufig  ist,  in  welcher  ein  andrer ¬
  mit  uns  redet,  desto  mehr  müssen  wir  bey  jeder =
  Sylbe  gleichsam  stehn  bleiben,  und  sie  auf  eine
deutliche  Art  von  einander  unterscheiden.
Drittens;  Die  Menschen,  die  beym  Ursprung  der
Sprache  zu  viele  Hindernisse  in  der  Erfindung  neuer
Wörter  fanden,  hatten,  für  den  Ausdruck  der  innern
Empfindungen  der  Seele  lange  keine  andre  als  natürliche =
  Zeichen,  denen  sie  den  Charakter  der  willführlichen =
  Zeichen  gaben.  Nun  aber  machte  das
natürliche  Geschrey  den  Gebrauch  starker  Beugungen =
  nothwendig;  weil  die  verschiedenen  Empfindungen =
  denselbigen,  in  verschiedene  Töne  abgeänderten =
  Schall,  zum  Zeichen  haben.  Ach,  z.  B.
drückt,  nachdem  es  ausgesprochen  wird,  Verwunderung, =
  Schmerz,  Vergnügen,  Traurigkeit,
Freude,  Furcht,  Abscheu  und  fast  alle  Empfindungen =
  der  Seele  aus.
Endlich  kann  ich  noch  hinzusezen,  daß  die  ersten =
  Namen  der  Thiere  wahrscheinlich  Nachahmungen =
  ihres  Geschreyes  waren.  Diese  Bemerkung
geht  auch  auf  die  Namen,  die  den  Winden;  den
Flüssen,  und  allen  übrigen  Gegenständen,  die  einigen =
  Schall  erzeugen,  beygelegt  wurden.  Offenbar ¬
  sezt  diese  Nachahmung  voraus,  daß  die
Töne  durch  sehr  merkliche  Abfälle  auf  einander
folgten.
§.  14.  Dieser  Art  der  Aussprache  könnte  man,
in  einem  uneigentlichen  Verstand,  den  Namen  des
            
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