Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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§.  12.  Der  Tanz  hat  verschiedene  Arten,  vom
Sie
einfachsten,  bis  zum  zusammengeseztesten.
sind  alle  gut,  wenn  sie  nur  etwas  ausdrücken,
und  sie  sind  um  so  viel  vollkommener,  je  mannigfaltiger ¬
  und  ausgebreiteter  ihr  Ausdruck  ist.
Der  Tanz,  der  die  Grazie  und  den  Anstand  abbildet, =
  ist  gut;  der  andre,  der  eine  Art  von  Unterredung =
  oder  von  Diglog  ausmacht,  scheint  mir
besser.  Der  unvollkommenste  ist  derjenige,  wobey
nur  Stärke,  Geschicklichkeit  und  Beweglichkeit  erforderlich =
  ist;  denn  das  Objekt  desselben  ist  nicht
interessant  genug.  Er  ist  indessen  doch  nicht  ganz
zu  verachten;  weil  er  eine  angenehme  Veränderung ¬
  bewirkt.  Darinnen  fehlen  die  Franzosen
sehr,  daß  sie  die  Künste  einschränken,  indem  sie  sie
einfach  machen  wollen.  Dadurch  berauben  sie
sich  zuweilen  des  Bessern,  um  nur  das  Gute  zu
erhalten.  Die  Musik  wird  uns  hievon  noch  ein
anderes  Beyspiel  geben.
Zweytes  Kapitel.
Von  der  Prosodie  der  ersten  Sprachen.
§.  13.  Wie  die  Wortsprache  auf  die  handelnde
oder  auf  die  Geberdensprache  folgte:  so  behielt  sie
den  Charakter  der  leztern  bey.  Diese  neue  Art
sich  seine  Gedanken  mitzutheilen,  konnte  nicht  anders, ¬
  als  nach  dem  Modell  der  Geberdensprache
erfunden  werden.  Damit  also  die  Stimme  die
Stelle  der  heftigen  Bewegungen  des  Körpers  ver¬
            
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