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nen wir Beyspiele von Reden finden, die durch Handlungen =
ausgedruckt werden. Das profane Alterthum =
ist voll von dergleichen Beyspielen.
Auf diese Weise redeten die ersten Orakel, wie uns
ein alter Schriftsteller Heraklit berichtet: der König, =
dessen Orakel zu Delph ist, redet weder, noch
schweigt er, sondern er drückt sich durch Zeichen
aus. Ein gewisser Beweis, daß die Substitution =
der Handlungen für die Wörter im Alterthum
eine gewöhnliche Art war, wie man seine Gedanken ¬
zu erkennen gab.
§. 10. Es scheint fast, als wenn diese Sprache =
vorzüglich zum Unterricht des Volks in solchen ¬
Dingen gebraucht worden, die dasselbe mehr
intereßirten; z. B. von Politik und Religion.
Denn da hiedurch etwas lebhafter auf die Einbildungskraft =
gewirkt wurde: so war auch der Eindruck =
dauerhafter. Der Ausdruck in dieser Sprache =
hatte auch etwas starkes und großes, woran
die noch armen Sprachen gar nicht reichen konnten. =
Die Alten nennten diese Sprache den Tanz.
Darum wird auch gesagt: David habe vor der
Bundeslade getanzt.
§. 11. Sobald die Menschen ihren Geschmack
vervollkommneten, brachten sie in diesen Tanz
mehr Verschiedenheit, mehr Grazie und Ausdruck.
Man unterwarf nicht blos die Bewegungen der
Arme, und die Attituden des Körpers gewissen
Regeln; sondern man zeichnete auch die Schritte
für die Füße ab. Dadurch theilte sich der Tanz
natürlicher Weise in ein Paar Künste, die ihm
untergeordnet waren. Die eine war der Tanz der