Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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stärkere  und  besondere  Art  affizirt  wurden;  sodann
auf  die  Reminiscenz,  wenn  solche  Umstände,  die
sie  heftig  gerührt  hatten,  sich  ihnen  wieder  darstelleten, =
  ehe  noch  die  Verknüpfungen  ausgelöscht
waren,  die  sie  angestellt  hatten;  endlich  auf  eine
sehr  beschränkte  Uebung  der  Imagination.  Die
Perzeytion  eines  Bedürfnisses  z.  B.  verband  sich
mit  der  Perzeption  eines  Gegenstandes,  der  ihnen
zur  Befriedigung  jenes  Bedürfnisses  gedient  hatte.
Allein  diese  Arten  von  Verknüpfungen,  die  blos
durch  den  Zufall  veranlaßt,  und  nicht  durch  die
Reflexion  unterhalten  wurden,  erhielten  sich  nicht
lang.  Die  Empfindung  des  Hungers  rief  diesen
ligion  sezt  in  der  That  viele  Ideen  und  eine  große
Uebung  der  Seelenoperationen  voraus.  Dies  aber
war  ohne  die  Hülfe  der  Zeichen  nicht  möglich.
hab'  es  im  ersten  Theil  dieses  Werks  bewiesen.)
Herr  Warburton  sezt  weiter  unten  hinzu;
„  Wenn  gleich  Gott  die  ersten  Menschen  die  Sprache
gelehrt  hat:  so  würde  die  Voraussezung  doch  nicht
gegründet  seyn,  daß  diese  Sprache  ausgebreiteter
sollte  gewesen  seyn,  als  die  damaligen  Bedürfnisse
des  Menschen  wirklich  giengen,  und  daß  er  nicht  selbst
das  Vermögen,  sie  zu  vervollkommnen  und  zu  bereichern, ¬
  sollte  gehabt  haben.  Die  erste  Sprache
war  demnach  nothwendig  arm  und  eingeschränkt.  e—
Dieses  alles  scheint  mir  sehr  richtig  zu  seyn.  Wenn
ich  ein  Paar  Kinder  voraussetze,  die  sich  in  der
Nothwendigkeit  fanden,  sich  sogar  die  ersten  Zeichen
einer  Sprache  auszufinnen:  so  geschieht  es  nur  deswegen, ¬
  weil  ich  glaubte,  ein  Philosoph  könne  sich
damit  nicht  befriedigen,  daß  etwas  auf  eine  außerordentliche ¬
  Art  hervorgebracht  sey;  sondern  er  musse
erklären,  wie  es  durch  naturliche  /  Mittel  habe  geschehn =
  konnen.
            
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