Full text : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Erstes  Kapitel.
Die  Geberdensprache,  und  die  Sprache  artikulirter ¬
  Töne  in  ihrem  Ursprung  betrachtet.
§.  1.
So  lang  die  Kinder,  von  welchen  ich  eben  geredet =
  habe,  einzeln  und  abgesondert  lebten,  war
die  Ausübung  ihrer  Seelenoperationen  auf  die
Perzeption  und  auf  das  Bewußtseyn  eingeschränkt,
welches,  so  lang  man  wacht,  nie  schwindet;  ferner =
  auf  die  Aufmerksamkeit,  die  jedesmal  statt
hatte,  wenn  sie  von  gewissen  Perzeptionen  auf  eine
lien  und  Vitruvs,  ohne  Bedenken,  zugeben;  daß
nämlich  die  ersten  Menschen  eine  Zeitlang  in  den
Hölen  und  Wäldern,  wie  das  Vieh  gelebt,  und  blos
konfuse  und  unbestimmte  Töne  artikulirt  haben,  bis
sie  sich,  um  einander  gegenseitig  Hülfe  zu  leisten,  in
Gesellschaften  zusammenthaten,  und  stufenweise  zur
Bildung  deutlicher  Töne  mittelst  willkührlicher  oder
so  daß  derjenige,  der
verabredeter  Zeichen  gelangten;
sie  aussprach  die  Ideen,  die  er  andern  mitzutheilen
Dadurch  sind  die  verwünschte, =
  ausdrücken  konnte.
schiedenen  Sprachen  entstanden;  denn  alle  Welt  gesteht =
  ein,  daß  die  Sprache  nicht  angebohren  ist.e
„Dieser  Ursprung  der  Sprache  ist  so  natürlich,  daß
ein  Kirchenvater,  Gregorius  Nissenus,  und  der
Pater  Richard  Simon  ihn  zu  beweisen  gesucht  haben. =
  Allein  sie  hätten  sich  besser  belehren  können,
da  aus  der  heiligen  Schrift  nichts  deutlicher  erhellet,
als  daß  die  Sprache  einen  ganz  andern  Ursprung  gehabt. ¬
  Diese  sagt  uns,  Gott  habe  den  ersten  Menschen =
  die  Religion  gelehrt,  und  da  bleibt  nun  gar  kein
Zweifel  übrig,  daß  er  ihn  nicht  auch  zu  gleicher  Zeit
reden  sollte  gelehrt  haben.  (Die  Kenntniß  der  Re=
            
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