Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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dieselbigen  Ideen  wieder  erkennen  wird,  die  er  sich
durch  das  Gefühl  davon  gemacht  hatte.
Man  könnte  ihn  indessen  zwingen,  daß  er  sein
Urtheil  aufschieben  müsse,  wenn  man  ihm  Folgendes =
  vorhielte.  Dieser  Körper,  müßte  man  zu  ihm
sagen,  scheint  Jhnen,  beym  Anblick  desselben,  eine
Kugel,  und  jener  ein  Würfel  zu  seyn;  aber  woher
wissen  Sie,  daß  der  erste  Körper  gerade  derselbige
ist,  der  ihnen,  beym  Befühlen,  die  Idee  der  Kugel; ¬
  und  daß  der  zweyte  wiederum  derselbige  Körper ¬
  ist,  der  Ihnen  die  Idee  vom  Würfel  gegeben
hat?  Wer  hat  Ihnen  gesagt,  daß  diese  Körper,
beym  Befühlen  dieselbige  Figur  haben  müssen,  die
sie  beym  Ansehn  derselben  haben?  Wo  wissen  Sie,
daß  der  Körper,  der  Ihren  Augen  eine  Kugel  zu
seyn  scheint,  nicht  der  Würfel  seyn  mögte,  wenn
Sie  ihn  anfühlen  sollten?  Wer  kann  Jhnen  sogar
dafür  gut  stehn,  daß  wirklich  etwas  da  sey,  was
den  Körpern,  die  Sie,  durchs  Befühlen  für  einen
Würfel  und  für  eine  Kugel  halten,  ähnlich  wäre?
Dieses  Argument  könnte  ihn  unstreitig  sehr  verwirren; ¬
  und  ich  kenne  keine  andre  Antwort  auf
dasselbe,  als  die  Erfahrung.  Doch  dieses  ist  auch
weder  Locke's  noch  Berkley's  Satz.
§.  15.  Noch  hab  ich  eine  Schwierigkeit  zu
lösen,  die  eben  nicht  gering  ist.  Es  ist  nämlich  eine
Erfahrung  da,  die  demjenigen,  was  ich  behauptet
habe,  in  allen  Stücken  durchaus  entgegen  ist.  Jch
will  sie  mit  Voltair's  Worten  erzehlen.  Sie  würde
viel  verlieren,  wenn  ich  sie  anders  einkleiden  wollte.
„Herr  Cheselden,  einer  von  den  berühmten
Wundärzten,  die  die  Fertigkeit  der  Handgriffe  mit
den  tiefsten  Einsichten  des  Verstandes  verbinden,
            
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