Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ses  ist  ein  Schatz,  der  in  den  neuen  Sensationen,
die  er  empfindet,  enthalten  ist.  Die  Reflexion
allein  kann  ihm  ihn  zeigen,  und  ihm  den  wahren
Genuß  desselben  verschaffen.  Selbst,  wenn  wir
unsern  Blick  auf  ein  sehr  zusammengeseztes  Gemälde ¬
  werfen,  und  wenn  wir  das  Gemälde  auch
ganz  übersehn,  machen  wir  uns  doch  noch  keinen
bestimmten  Begriff  von  demselben.  Um  es  so  zu
betrachten,  wie  man  es  betrachten  muß,  müssen
wir  alle  Theile  desselben  einzeln  nach  einander  ansehn. =
  Und,  was  für  ein  ungeheures  Gemälde  ist
nun  nicht  das  Universum  für  die  Augen  eines
Menschen,  die  zum  erstenmal  das  Licht  erblicken!
Ich  gehe  nun  zu  dem  Moment  fort,  in  welchem ¬
  dieser  Mensch  über  das,  was  sein  Gesicht
gerührt  hat,  nachdenken  kann.  Das  Ganze
kömmt  ihm  gewiß  nicht  wie  ein  Punkt  vor.  Er
nimmt  also  eine  Ausdehnung  nach  der  Länge,
Wenn  er  diese  AusBreite ¬
  und  Tiefe  wahr.
dehnung  analysiret:  so  bildet  er  sich  die  Jdeen  von
Fläche,  Linien,  Punkt,  und  den  übrigen  Arten  von
Figuren.  Diese  Jdeen  werden  den  andern  ähnlich
seyn,  die  er  mittelst  des  Gefühls  erworben  hat.
Denn  wir  mögen  die  Idee  von  Ausdehnung  durch
einen  Sinn  erhalten,  durch  welchen  wir  wollen:
so  können  wir  uns  sie  doch  nicht  auf  zwo  verschiedene =
  Arten  vorstellen.  Ich  mag  einen  Kreis  oder
ein  gerades  Holz  sehn:  so  kann  die  Idee  von  jenem
mir  nie  was  anders  als  eine  krumme,  und  die
Idee  von  diesem,  nie  was  anders,  als  eine  gerade ¬
  Linie  vorstellen.  Dieser  Blindgebohrne  wird
demnach  durch  den  Anblick  des  Würfels  und  der
Kugel,  beyde  von  einander  unterscheiden;  weil  er
            
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