968 Keller, Semestrium ad M. Tullium Ciceronem 1. sex.
de re allerdings folgcrnngsweise und mittelbar auch das Sachenrecht
selbst entschieden haben. Aber diess Urtheil wurde gleich zur Be-
dingung einer weitern Forderung gemacht; ja beide Forderungen
konnten verbunden vor denselben Richter gebracht werden, etwa in
folgender Weise: Iudex esto. Si paret N”1 N7!1 A°. A°. XXV’. num-
mos dare oportere ex sponsione, condemna. Si non paret, absolve.
Quod si sponsione vicerit A*. A9., nisi ei ea res restituatur, quanti
ea est (vel quanti in litem juraverit actor) iV™ N”1 A°. A°. con-
. demna.u (s. Gaj. IV, §. 165.) Eine solche Cumulation erfordert
die Natur und Bestimmung der sp, praejudicialis; erlaubt die Bö-
merkung^Quinctilian’s (I. 0. III. 10.) „Privata quoque judicia saepe
unum judicem habere multis et diversis formulis solent—
und überhebt endlich die Analogie der Interdicte allem Zweifel. Hat
der Prätor ein restitutorium oder exhibitorium interdictum erlassen,
und der, welchen der Befehl triffty keinen arbiter verlangt, so wird
der Kläger, nach Gajus (IV. §. 165.) ausdrücklichem Zeugniss mit
der Sponsio: „A7 (alii si. S. darüber genauer unten) contra edictum
praetoris non exhibuerit aut non restituerit“ noch ein anderes ju-
dicium de re exhibenda vel restituenda verbinden: „Fr sponsione
vicerit, nisi ea res exhibeatur aut restituatur, (adversarius quanti
ea res sit condemnetur.) (ex senL Hollw. supp.) — Die hier ein-
tretende Lücke des Gajus lässt nicht erkennen, ob auch diess /rrr/r-
cium secutorium genannt ward, oder ob dieser Name bloss bei den
duplicia interdicta (Gaj. IV. §. 158.) gebräuchlich war, wo durch
jene eigentümliche fructus licitatio der einstweilige Besitz geord-
net worden war. Mag nun aber auch bloss das Cascellianum (Gaj.
IV. §, 166.) und das fructuarium judicium (Gaj. IV. §. 169.) secu-
torium genannt worden sein: die Definition des Gajus judicium se-
cutorium, quod sequitur sponsionis victoriam“ (IV. §. 169.), Hesse
den Ausdruck auch als passend für die interdicta simplicia, ja für
alle jene durch die sponsionis victoria bedingte judicia erscheinen.—
So viel darf als ausgemacht angesehen werden, es ist auch in diesem
Punkte die völlige Unähnlichkeit der außergerichtlichen und gericht-
lichen Sponsionen nicht zu verkennen. Eine sponsio zur Entschei-
dung solcher Fragen: An vir bonus sit (auch Val. Max. VII. 2.4.),
an adolescens ille palam atque aperte corpore quaestum fecerit
(Val. Max. VI., 1. 10.) u. a. ra. kann offenbar nicht praejudicialis
genannt werden ohne völlige Misskennung der eigentlichen Bedeu-
tung jener Bezeichnung. —> Das zuletzt aufgeführte Beispiel der
mit der Verfolgung der Interdicte in Verbindung treteuden Sponsionen