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Gefühl auf diese oder jene Weise rührt, seine Augen ¬
auf diese oder auf jene Weise rühren müsse;
er kann auch noch nicht wissen, daß der am Würfel =
hervorstehende Winkel, der auf seine Hand auf
eine ungleiche Art wirkt, seinen Augen so erscheinen ¬
müsse, wie er am Würfel erscheint. —
Ich bin ganz der Meynung dieses gelehrten Mannes. ¬
Ich glaube, dieser Blinde würde beym ersten ¬
Anblick gar nicht im Stand seyn mit Gewißheit ¬
zu sagen, welches von beyden die Kugel, und
welches der Würfel sey, wenn er blos beym Ansehn =
derselben stehn bleiben wollte; wenn er sie
gleich, durchs Berühren benennen, und sie durch
die Verschiedenheit ihrer Figuren, die er durchs
Befühlen wahrnehmen könnte, zuverläßig von einander =
unterscheiden würde." *)
§. 2. Bey diesem ganzen Räsonnement wird
vorausgesezt, daß das Bild, welches sich beym
Anblick einer Kugel im Auge mahlt, ein platter,
erleuchteter und verschiedentlich kolorirter Kreis
sey; welches denn allerdings wahr ist. Allein es
wird noch außerdem vorausgesezt, und dieses
scheint mir falsch zu seyn, daß der durch das Sehen ¬
verursachte Eindruck in der Seele uns nur
die Perzeption dieses Kreises verschaft; daß ferner,
wenn wir das Kugelförmige einer konvexen Figur
sehn, dieses deswegen geschieht, weil wir, mittelst ¬
der Erfahrung durch das Gefühl, die Jdee
dieser Figur erlangt, und uns, da wir nun einmal ¬
wissen, was für eine Art von Bild sie in uns
*) Buch II. §. 8.