Objekt : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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nach  Maasgabe  der  scheinbaren  Verschiedenheit
der  Körper,  vorgehn:  so  sezen  wir  sogleich  an  die
Stelle  dessen,  was  uns  scheint,  die  Ursache  des
Bildes  selbst,  und  zwar  mittelst  eines  Urtheils,
welches  uns  die  Gewohnheit  geläufig  gemacht  hat.
Auf  solche  Weise  bilden  wir  uns,  durch  Hinzufügung ¬
  eines  Urtheils  zum  Sehen,  welches  wir
mit  dem  Sehen  verwechseln,  die  Idee  einer  konvexen ¬
  Figur  und  einer  gleichartigen  Farbe:  wenn
uns  gleich  unsre  Augen  im  Grund  blos  ein  schattirtes ¬
  und  verschiedentlich  kolorirtes  Planum  vorstellen. ¬
  Bey  dieser  Gelegenheit  will  ich  das
Problem  des  berühmten  Herrn  Molineux  einMan ¬
  stelle  sich  einen  blindstreuen. =

gebornen,  erwachsenen  Menschen  vor,  den  man
einen  Würfel  und  eine  Kugel,  die  beyde  aus  dem
selbigen  Metall  gebildet  worden,  und  ohngefähr
gleich  groß  sind,  durchs  Befühlen  von  einander
unterscheiden  gelehrt  hat;  so  daß  er,  wenn  er
beyde  anfühlt,  sagen  kann,  dies  ist  der  Würfel,
und  jenes  ist  die  Kugel.  Nun  nehme  man  an,
der  Würfel  und  die  Kugel  werden  auf  einen  Tisch
hingelegt,  und  der  Blindgeborne  erhalte  sein  Gesicht: ¬
  so  frägt  es  sich:  ober,  wenn  er  sie  sieht,
ohne  sie  zu  berühren,  sie  von  einander  werde  unterscheiden, ¬
  und  ob  er  werde  sagen  können,  welches =
  die  Kugel  und  welches  der  Würfel  ist?
Der  scharfsinnige  Verfasser  dieser  Anfrage  antwortet =
  mit  Nein.  Denn,  sezt  er  hinzu,  wenn  dieser
Blinde  gleich  aus  der  Erfahrung  gelernt  hat,  wie
die  Kugel  und  der  Würfel  sein  Gefühl  affiziren:
so  weis  er  ja  doch  noch  nicht,  daß  das,  was  sein
            
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