Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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eine  Realität  voraussezt,  und  die  Namen  als  die
wahren  Zeichen  dieser  Dinge  betrachtet.  Bequemer ¬
  ist  es,  z.  B.  daß  man  unter  den  Namen
Mensch,  Thier  eine  Entität  versteht,  wodurch
diese  Dinge  unterschieden  werden,  als  daß  man
auf  alle  einfache  Ideen  aufmerksam  ist,  die  ihnen
zugehören  können.  Dieses  Mittel  befriedigt  zu
gleicher  Zeit  unsre  Ungeduld  und  unsre  Wißbegierde. ¬
  Es-giebt  vielleicht  selbst  unter  den  Personen, ¬
  die  an  der  Ausrottung  ihrer  Vorurtheile  am
meisten  gearbeitet  haben,  nur  sehr  wenige,  die
nicht  einigermaaßen  geneigt  seyn  sollten,  alle  Namen ¬
  der  Substanzen  auf  unbekannte  Realitäten
hinzuziehn.  Das  bemerkt  man  selbst  in  den  Fällen, =
  wo  die  Vermeidung  des  Jrrthums  leicht  ist;
weil  wir  es  sehr  wohl  wissen,  daß  die  Jdeen,  die
wir  realisiren,  nicht  wirkliche  Wesen  sind.  Jch
ziele  hier  auf  die  moralischen  Wesen,  z.  B.  Ehre,
Krieg,  Berühmtheit.  Diesen  haben  wir  den
Namen  Wesen  blos  deswegen  gegeben,  weil  wir
sie  uns  bey  den  ernsthaftesten  Unterredungen  sowohl, =
  als  bey  den  gemeinsten  Gesprächen  unter
dieser  Idee  vorstellen.
§.  13.  Dieses  ist  gewiß  eine  der  ergiebigsten
Quellen  unsrer  Irrthümer.  Denn  man  darf  nur
annehmen,  daß  die  Wörter  der  Realität  der  Dinge ¬
  entsprechen,  um  sie  mit  den  Dingen  selbst  zu
verwechseln  und  um  den  Schluß  zu  machen,  daß
sie  die  Natur  derselben  vollständig  erklären.  Daher =
  rührt  es,  daß  derjenige,  der  die  Frage  thut,
was  ist  dieser  oder  jener  Körper,  wie  toke  bemerkt,
            
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