Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ist,  unendlich  verfinstert.  Es  ist  dieses  eine  Untersuchung, ¬
  die  viele  nur  deswegen  angestellt  zu
haben  scheinen,  damit  sie  sie  nur  desto  mehr  verwirren ¬
  möchten.  Einige  Weltweisen  sagen,  der
Verstand  ist  ein  Vermögen,  welches  die  Jdeen  aufnimmt, =
  und  der  Wille  ist  ein  für  sich  blindes  Vermögen, ¬
  welches  sich  nur  zu  Folge  der  Ideen  bestimmt, ¬
  die  ihm  der  Verstand  vorhält.  Es  hängt
nicht  vom  Verstand  ab,  die  Ideen  und  die  Verhältnisse ¬
  der  Wahrheit  oder  der  Wahrscheinlichkeiten ¬
  zu  apperzipiren  oder  nicht  zu  apperzipiren.
Er  ist  nicht  frey;  er  ist  auch  nicht  thätig;  weil
er  die  Ideen  von  Weis  und  Schwarz  nicht  selbst
bey  sich  hervorbringt,  und  weil  er  nothwendig
einsieht,  daß  eines  nicht  das  andre  ist.  Wahr
ist's,  der  Wille  ist  thätig;  da  er  aber  für  sich
blind  ist:  so  folgt  er  den  Aussprüchen  des  Verstandes, ¬
  d.  h.  er  bestimmt  sich  zu  Folge  dessen,
was  ihm  eine  nothwendige  Ursache  vorschreibt.
Folglich  ist  auch  der  Wille  nothwendig.  Wäre
nun  der  Mensch  frey;  so  müßt'  es  durch  die  eine
oder  durch  die  andre  von  diesen  Vermögen  geschehn. ¬
  Folglich  ist  der  Mensch  nicht  frey.
Folgende  Bemerkung  reicht  zur  Widerlegung
dieses  ganzen  Räsonnements  zu,  daß  sich  nämlich
diese  Philosophen  vom  Verstand  so  wohl  als  vom
Willen  Phantome  ersinnen,  die  blos  in  ihrer  Einbildungskraft =
  vorhanden  sind.  Wären  diese  Vermögen ¬
  so  beschaffen,  wie  sie  sich  dieselben  vorstellen: ¬
  so  würde  freylich  die  Freyheit  nicht  statt  haben. =
  Allein  ich  rathe  ihnen,  daß  sie  auf  sich
            
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