Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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tet  und  bestimmt?  Wenn  die  Philosophen  durch
Verstand  und  Willen  weiter  nichts  bezeichnen
wollten,  als  die  Seele,  in  Rücksicht  auf  gewisse
Akte,  die  sie  erzeugt  oder  erzeugen  kann,  betrachtet: =
  so  ist  es  offenbar,  daß  Urtheilskraft,  Thätigkeit =
  und  Freyheit  dem  Verstand  zukommen  müssen;
daß  sie  ihm  aber  nicht  zukommen  würden,  wenn
man  bey  der  Untersuchung  dieses  Vermögens  mehr
oder  weniger  von  diesen  Akten  betrachtet.  So  verhält =
  es  sich  auch  mit  dem  Willen.  In  dergleichen
Fällen.ist  es  genug,  wenn  man  die  Ausdrücke  erkläret, ¬
  und  zwar  dadurch,  daß  man  mittelst  genauer =
  Analysen  die  Notionen  bestimmt,  die  man
sich  von  den  Dingen  macht.  Da  aber  die  Philosophen ¬
  genöthigt  waren,  sich  die  Seele  durch  Abstraktionen =
  vorzustellen:  so  haben  sie  das  Wesen
derselben  vermehrt,  und  der  Verstand  und  der
Wille  haben  das  Schicksal  aller  abstrakten  Notionen =
  gehabt.  Selbst  diejenigen,  die  ausdrücklich ¬
  bemerkt  haben,  die  Seelenkräfte  seyen  nicht
verschiedene  Wesen  der  Seele,  z.  B.  die  Carte
sianer,  haben  doch  alle  die  angeführten  Fragen  abgehandelt. =
  Sie  haben  also,  gegen  ihre  Absicht,
alle  diese  abstrakte  Notionen  realisirt.  Der  Grund
davon  war  dieser:  Sie  kannten  die  Art,  sie  zu
analysiren,  nicht,  und  sie  waren  daher  auch  un
vermögend  die  Fehler  derselben  einzusehn;  und
folglich  auch  unvermögend,  dieselben  mit  der  erforderlichen =
  Behutsamkeit  zu  gebrauchen.
§.  11.  Diese  Arten  von  Abstraktionen  haben
alles,  was  über  die  Freyheit  geschrieben  worden
            
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