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ben aber noch immer ein Beyspiel dieser Art von
Definitionen von ihnen zu hoffen. Sie werden,
wegen ihres Unvermögens, das Wesen der Dinge
zu erkennen, beständig mangelhaft seyn. Aus
diesem Unvermögen machen sie sich aber nichts;
weil sie sich in abstrakte Ideen verlieben, die sie
realisiren, und die sie hernach für das Wesen der
Dinge selbst halten.
§. 9. Der Mißbrauch der realisirten abgezogenen ¬
Notionen wird darinnen noch sichtbarer,
wenn die Philosophen, die sich, nach ihrer Art,
nicht begnügten, die Natur desjenigen zu erklären,
was ist, auch die Natur dessen, was nicht ist, erklären =
wollten. Man hat sie von blos möglichen
Geschöpfen handeln gesehn; und zwar redeten sie
von ihnen völlig so, wie von den existirenden Kreaturen. ¬
Alles haben sie realisirt, so gar das Nichts,
aus dem sie hervorgegangen sind. Man hat gefragt: =
Wo waren die Kreaturen, ehe Gott sie
schuf? Die Antwort ist leicht; denn die Frage ist
ja mit der andern einerley; wo waren sie, ehe sie
waren? Hierauf dienet zur Antwort: Sie waren
nirgends.
Die Idee von möglichen Kreaturen ist weiter
nichts, als eine realisirte Abstraktion, zu welcher
wir durchs Abziehn unsrer Gedanken von der
Existenz der Dinge und durchs bloße Denken an
die übrigen Beschaffenheiten, die wir an ihnen erkennen, =
gelangten. Wir haben an die Ausdehnung, ¬
an die Figur, an die Bewegung und an
die Ruhe der Körper gedacht, an ihre Existenz
aber haben wir zu denken aufgehört. So haben