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gendes hat, wie ich glaube, zu dieser ungereimten =
Meinung, Gelegenheit gegeben.
§. 6. Alle unsre ersten Ideen waren partikulair. =
Es waren gewisse Sensationen des Lichts,
der Farbe u. s. w., oder gewisse Operationen der
Seele. Alle diese Ideen aber stellen uns eine
wirkliche Realität dar; weil sie eigentlich weiter
nichts sind, als unser verschiedentlich modifizirtes
Wesen. Denn wir können nichts in uns wahrnehmen, =
was wir nicht so ansehen sollten, als
wenn es zu uns, zu unserm Wesen gehörte, oder
als wenn es unser so oder anders modifizirte Wesen =
sey, z. B. durchs Sehen, Fühlen u. s. w.
So sind alle unsre Ideen in ihrem Ursprung beschaffen. =
behaupteten, die allgemeinen Notionen, die in der
Schule, allgemeine Naturen, Relationen, Formalitäten =
u. s. w. genannt wurden, seyen wirkliche -
von den Dingen verschiedene Realitäten. Jene
hingegen nahmen an, diese Notionen seyen bloße
Namen, wodurch man die verschiedenen Vorstellungsarten =
ausdrücke. Sie beriefen sich dabey auf
das Prinzipium: die Natur thut nichts umsonst.
Sie behaupteten also einen richtigen Satz aus einem
Denn sie gaben dadurch zu,
schlechten Grund.
diese Realitäten seyen möglich, und man dürfe daher, =
um sie wirklich zu machen, nur einigen Nutzen
derselben auffinden. Dieses Prinzipium wurde
das Scheermesser der Nominalisten genannt. Der
Streit unter diesen beyden Sekten wurde indessen
so heftig, daß es in Deutschland unter den Streitern =
zu Schlägen kam, und daß Ludwig XI. in
Frankreich das Lesen der Nominalistischen Bücher
verbieten mußte.