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Kind. Das ist es aber auch alles, worauf sich
alle Operationen ihrer Seele beschränken *).
Weil sich die Menschen keine Zeichen machen
können, wofern sie nicht beysammen leben: so
folgt daraus, daß der Fond ihrer Ideen, beym
Anfang der Ausbildung ihres Geistes einzig und
allein in ihrem wechselseitigen Umgang liegt. Ich
sage mit Fleis: beym Anfang der Ausbildung ihrer
Seele; denn es ist ja einleuchtend, daß die Seele,
wenn sie schon Fortschritte gethan hat, die Kunst
sich Zeichen zu finden versteht, und daß sie, ohne
irgend einen fremden Beystand, Ideen erlangen
kann.
Man darf mir nicht einwerfen, daß die Seele
schon vor diesem gesellschaftlichen Umgange Jdeen
habe; weil sie Perzeptionen hat. Denn Perzeptionen, ¬
die nie ein Gegenstand der Reflexion
gewesen sind, sind eigentlich nicht Ideen. Es
sind bloße in der Seele hervorgebrachte Impres*) ¬
Locke bemerkt mit Recht, (B. II. K. 11. §. 10.
und 11.) daß die Thiere nicht abstrahiren konnen.
Er spricht ihnen folglich auch das Vermögen aus
allgemeinen Ideen zu schliessen ab; er halt es
aber für ausgemacht, daß sie in gewissen Fällen
aus partikulären Ideen räsonniren. Hätte dieser
Weltweise eingesehn, daß man unmöglich reflektiren =
kann, wofern man nicht den Gebrauch der
willkührlichen Zeichen kennt: so würde er auch zugegeben ¬
haben, daß die Thiere des Räsonnements
durchaus unfähig, und daß folglich ihre Handlungen, =
die uns räsonnirt scheinen, bloße Effekte einer
Imagination sind, über die sie nicht gebieten
können.