Metadaten : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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die  mir  gesielen,  zuerst  darstellen,  und  in  Rücksicht
auf  diese  ersten  Züge  werden  nun  die  übrigen  in
meiner  Einbildungskraft  Plaz  nehmen.
Daher
imaginirt  man  sich  eine  Figur  leichter,  je  regelmäßiger ¬
  sie  ist.  Man  könnte  sogar  sagen,  daß
eine  regelmäßige  Figur  leichter  gesehn  werden  könne.
Denn  der  erste  Blick  auf  dieselbe  reicht  schon  zu,
daß  man  sich  eine  Jdee  von  ihr  machen  kann.  Jst
die  Figur  hingegen  sehr  unregelmäßig:  so  wird
man  sie  nicht  eher  übersehen  können,  man  habe
denn  die  verschiedenen  Theile  lange  betrachtet.
§.  23.  Wenn  die  Gegenstände,  die  die  Sensationen ¬
  des  Geschmacks,  des  Schalls,  des  Geruchs, =
  der  Farbe,  und  des  Lichts  verursachen,
abwesend  sind:  so  hat  die  Seele  keine  Perzeption
mehr,  die  wir  modifiziren  könnten,  um  aus  ihr
etwas  der  Farbe,  dem  Geruch  und  den  Geschmack
Aehnliches,  z.  B.  einer  Orange,  zu  bilden.  Eben
so  wenig  ist  hier  Ordnung,  und  Symmetrie,  die
der  Imagination  zu  Hülfe  kommen  könnte.  Diese
Jdeen  können  daher  auch  nicht  wieder  erweckt
werden;  man  habe  sie  sich  denn  geläufig  gemacht.
Eben  deswegen  müssen  die  Jdeen  des  Lichts  und
des  Geruchs  am  leichtesten  wieder  hervorgebracht
werden  können;  und  auf  diese  folgen  die  Jdeen
von  Tönen.  Was  die  Gerüche  und  die  Gouts  betrift: =
  so  kann  man  nur  diejenigen  wiederaufwecken, ¬
  die  man  auszeichnend  liebt.  Es  bleiben
also  noch  sehr  viele  Perzeptionen  übrig,  deren  man
sich  erinnern  kann,  wenn  man  sich  gleich  nur  ihre
Namen  wieder  zurückruft.  Wie  oft  ist  das  nicht
Condillac.
            
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