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von dem, was er von andern hörte, oder von
seiner eignen Reflexion empfieng; mit einem Wort,
man hätte alles aus ihm ausforschen müssen, was
seiner Seele eine Gelegenheit, zur Ausbildung
seyn konnte. Die Erfahrung wirkt so früh bey
uns, daß man sich gar nicht wundern muß, wenn
sie sich bisweilen für die Natur selbst ausgiebt.
Bey diesem Menschen wirkte sie hingegen so langsam, ¬
daß man sich dabey nicht leicht hätte irren
können. Die Theologen aber wollten die Natur
an ihm erkennen lernen; und so geschickt sie auch
waren, so erkannten sie weder das eine noch das
andre. Wir können daher alles nur durch Muthmaßungen ¬
ersezen.
§. 15. Jch stelle mir vor, dieser junge Mensch
befand sich drey und zwanzig Jahr hindurch ohngefähr =
in dem Zustand, in welchem ich die Seele
vorgestellt habe, wenn sie noch nicht über ihre
Aufmerksamkeit gebietet, und wenn sie sie daher den
Gegenständen, nicht nach ihrem Belieben, sondern ¬
nach der Kraft, mit welcher sie auf sie wirken, ¬
widmen kann. Es ist wahr, da er unter
Menschen aufgewachsen war; so erhielt er auch
von den Menschen einige Beyhülfe, wodurch er
einige von seinen Ideen an Zeichen knüpfen konnte.
Ohne Zweifel konnte er seine Hauptbedürfnisse,
nebst den Dingen, wodurch sie befriediget werden
konnten, durch Geberden bezeichnen. Da ihm
aber die Namen zurBezeichnung solcher Dinge mangelten, ¬
die nicht eine so genaue Beziehung auf ihn
hatten, daß er sie durch etwas anders ersezen
mußte, und er auch von außen her keine Hülfe