Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ter  Begriffe,  und  die  Fixirung  derselben  mittelst
fester  Zeichen  zu  lehren;  wenn  er  auch  bey  scherzhaften ¬
  Unterredungen  allemal  nur  solche  Wörter
gebrauchte,  deren  Bedeutung  ganz  genau  bestimmt
ist;  was  für  Deutlichkeit,  und  Ausbreitung  würde
er  nicht  in  die  Seele  seines  Zöglings  bringen?  Allein, ¬
  wie  wenig  Eltern  sind  im  Stand,  ihren  Kindern ¬
  solche  Lehrmeister  zu  verschaffen;  und  wie
weit  seltener  sind  diejenigen  Erzieher,  die  zur  Ausführung ¬
  dieser  Absichten  geschickt  wären?  Gut  ist
es  indessen,  wenn  man  nur  alles  kennt,  was  zu
einer  guten  Erziehung  dienlich  seyn  kann.  Wenn
man  dergleichen  Vorschläge  auch  nicht  ganz  ausführen ¬
  kann;  so  wird  man  doch  vielleicht  das  vermeiden, ¬
  was  ihnen  durchaus  zuwider  ist.  So
sollte  man  die  Kinder  z.  B.  nie  mit  Paralogismen,
mit  Sophismen  und  mit,  andern  fehlerhaften
Schlüssen  verwirren.  Man  läuft  mit  dergleichen ¬
  Possen  Gefahr,  ihrem  Geist  eine  konfuse  und
falsche  Wendung  zu  geben.  Nur  erst,  wenn  ihr
Verstand  schon  viele  Deutlichkeit  und  Bestimmtheit =
  erlangt  hat,  könnte  man  ihnen,  zur  Uebung
des  Scharfsinns,  dergleichen  verfängliche  Fragen
vorlegen.
Auch  da  müßte  man  sehr  behutsam
seyn,  um  allen  möglichen  nachtheiligen  Folgen  auszuweichen. =

Doch  dergleichen  Bemerkungen
möchten  mich  zu  weit  von  meinem  Gegenstand
abführen.  Im  nächsten  Kapitel  werde  ich  dasjenige ¬
  mit  Thatsachen  zu  belegen  suchen,  was  ich
in  diesem  Kapitel  demonstrirt  habe.  Ich  werde
dabey  zu  einer  nähern  Entwickelung  meiner  Meynung ¬
  Gelegenheit  haben.
            
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