Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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ausgerüstet  ist,  diese  Materialien  verarbeiten?
Geberden,  Töne,  Ziffern,  Buchstaben;  dies  sind
die  in  Rücksicht  auf  unsre  Ideen  so  fremde  Instrumente, ¬
  die  wir  gebrauchen,  um  uns  zu  den  erhabensten ¬
  Kenntnissen  empor  zu  schwingen.  Die
Materialien  sind  bey  allen  Menschen  die  nämlichen;
nur  die  Geschicklichkeit,  sich  der  Zeichen  zu  bedienen, ¬
  ist  verschieden;  und  davon  rührt  die  Verschiedenheit ¬
  der  Menschen,  in  dieser  Rücksicht  her.
Man  nehme  einem  höhern  menschlichen  Geist
den  Gebrauch  der  Zeichen;  wie  viele  Kenntnisse  sind
ihm  dädurch  nicht  versagt,  zu  denen  ein  mittelmäßiger =
  Geist  leicht  gelangen  kann?  Man  nehme  ihm
auch  die  Sprache:  das  Schicksal  der  Stummen  wird
es  einen  lehren,  in  was  für  enge  Gränzen  man  ihn
dadurch  eingeschränkt  hat.  Man  nehme  ihm  endlich ¬
  den  Gebrauch  aller  Zeichen,  so,  daß  er  auch
nicht  den  geringsten  Gestus  machen  kann,  um
mittelst  desselben  die  gemeinsten  Gedanken  auszudrücken; ¬
  so  wird  man  einen  Blödsinnigen  aus
ihm  gemacht  haben.
§.  12.  Zu  wünschen  wär's,  daß  diejenigen,
die  sich  mit  der  Erziehung  der  Kinder  abgeben,  in
Ansehung  der  ersten  Getriebe  der  menschlichen
Seele,  nicht  unwissend  wären.  Wenn  ein  Lehrmeister, ¬
  dem  der  Ursprung  und  die  Fortbildung
unsrer  Ideen  genau  bekannt  ist,  seinen  Lehrling
nur  mit  Dingen  unterhielte,  die  auf  seine  Bedürfnisse ¬
  und  auf  sein  Alter  die  nächste  Beziehung  haben; ¬
  wenn  er  geschickt  genug  wäre,  seinen  Lehrling ¬
  allemal  gerade  in  die  vortheilhaftesten  Umstände ¬
  zu  versezen,  um  ihn  die  Bildung  bestimm¬
            
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