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den. Man vergesse, auf einen Augenblick, alle
diese Zeichen, und man versuche sich die Ideen derselben ¬
zurückzurufen: so wird man finden, daß
die Wörter oder andre gleichbedeutende Zeichen so
äußerst nothwendig sind, daß sie in unsrer Seele,
so zu sagen, die Stelle einnehmen, die die Gegenstände ¬
außer uns ausfüllen. So wie die Beschaffenheiten =
der Dinge außer uns, ohne Subjekt, in
welchen sie vereinigt sind, nicht koexistiren würden: ¬
eben so würden auch ihre Ideen ohne Zeichen, ¬
wodurch sie gleichfalls vereinigt werden, nicht
in unsrer Seele koexistiren können.
§. 8. Noch fühlbarer wird die Nothwendigkeit
der Zeichen bey komplexen Ideen, die wir ohne
Modelle bilden. Wenn wir Ideen versammlet haben, ¬
die wir nirgends beysammen finden, welches =
denn gewöhnlich der Fall mit den urbildlichen ¬
Notionen ist; was wird wohl die Sammlungen ¬
derselben festhalten, wenn wir sie nicht an
Wörter knüpften, die gleichsam die Bande sind,
die sie uns nicht entwischen lassen? Glaubt einer
die Namen seyen ihm unnüz: so tilge er sie aus
seinem Gedächtniß aus, und versuche nun über
die bürgerlichen und moralischen Geseze, über Tugenden ¬
und Laster, über alle menschlichen Handlungen =
nachzudenken; und er wird gewiß bald
einsehn, daß er sich in seiner Meynung geirret
habe; er wird eingestehn, daß, wenn er nicht
bey jeder Kombination Zeichen hätte, wodurch er
die Anzahl der Ideen, die er sammlen wollte, bestimmen ¬
könnte, er kaum einen Schritt würde
haben thun können, bey welchem er etwas mehr, als