Metadaten : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Das  rührt  davon  her,  daß  wir,  nachdem  uns
die  ersten  Zeichen  gegeben  worden,  Regeln  kennen,
wornach  wir  andre  Zeichen  finden  können.  Diejenigen, ¬
  denen  diese  Methode  unbekannt  ist,  so
daß  sie  eine  jede  Menge  an  Zeichen  knüpfen  müssen, ¬
  die  keine  Analogie  unter  einander  haben,  haben
auch  keine  Hülfe,  wodurch  sie  in  der  Erfindung  der
Zeichen  geleitet  werden  könnten.
Die  Bildung
neuer  Ideen  wird  ihnen  daher  nicht  so  leicht,  als
sie  uns  wird.  Jn  dem  Fall  waren  wahrscheinlich
jene  Amerikaner.  Sie  hatten  folglich  nicht  allein
keine  Idee  von  der  Zahl  tausend;  sondern  sie
konnten  sich  auch  nicht  leicht  einen  Begriff  von
einer  Zahl  machen,  die  um  eine  einzige  Einheit
großer  war,  als  die  Zahl  zwanzig  )
§.  3.  Die  Fortschritte  unsrer  Kenntnisse  der
Zahlen  rührt  daher  einzig  und  allein  von  der  Genauigkeit, ¬
  mit  welcher  wir  die  Einheit  zur  Einheit ¬
  zugesezt  haben;  indem  wir  einer  jeden  Progreßion ¬
  einen  Namen  geben,  wodurch  sie  von  der
unmittelbar  vorhergehenden  und  von  der  unmittelbar ¬
  auf  sie  folgenden  Zahl  unterschieden  wird)Seit ¬
  dem  uns  H.  de  la  Condamine  die  Sache  berichtet =
  hat,  läßt  sich  an  dieser  meiner  Behauptung
nicht  länger  zweifeln.  Er  redet  (S.  67.)  von  einem
Volk,  welches  zum  Ausdruck  der  Zahl  drey  kein
ander  Zeichen  hat,  als  dieses,  poellarrarorincourae.
Da  gleich  der  Anfang  des  Zehlens  bey  diesem  Volk
so  äusserst  unbequem  war:  so  konnte  es  nicht  leicht
über  die  Zahl  drey  hinaufgehn.  Es  läßt  sich  also
leicht  begreifen,  daß  dieses  die  Gränzen  seiner
Arithmetik  waren,  welches  uns  auch  von  ihm
berichtet  wird.
            
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