Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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selbst  gesammlet  hat.  Der  zweyte  Vortheil  ist
eine  Folge  aus  dem  ersten.  Er  besteht  darinnen,
daß  alle  Beziehungen,  die  unter  ihnen  statt  finden,
wahrgenommen  werden  können.  Denn,  da  wir
alle  einfache  Ideen,  woraus  sie  bestehn,  kennen:
so  können  wir  auch  alle  mögliche  Analysen  mit
ihnen  vornehmen.
Die  Notionen  der  Substanzen  haben  hingegen
nicht  dieselbigen  Vorzüge.  Sie  müssen  nothwen
dig  unvollständig  seyn;  weil  wir  sie  auf  Modelle
beziehn,  woran  wir  täglich  neue  Eigenschaften
entdecken  können.  Folglich  können  wir  auch  nicht
alle  Beziehungen  kennen,  die  zwischen  ein  Paar
Substanzen  statt  finden.  So  lobenswürdig  es  ist,
nach  der  allmäligen  Vermehrung  unsrer  Kenntniß
in  Ansehung  dieses  Stücks,  mit  Hülfe  der  Erfahrung ¬
  zu  streben:  so  lächerlich  ist  es,  wenn  man
sich  schmeichelt,  daß  diese  Kenntniß  doch  einmal
ganz  vollkommen  werden  könne.
Man  muß  sich  indessen  vor  der  gemeinen  Vorstellung ¬
  wohl  in  Acht  nehmen,  daß  diese  Kenntniß
dunkel  und  undeutlich  sey.  Sie  ist  blos  eingeschränkt. ¬
  Es  hängt  von  uns  ab,  daß  wir  von
den  Substanzen  mit  der  schärfsten  Bestimmtheit
reden  können;  wofern  wir  nur  in  unsre  Jdeen  und
Ausdrücke  nichts  einmischen,  als  was  uns  eine
durchgängige  Erfahrung  lehrt.
§.  16.  Die  synonymischen  Ausdrücke,  Gedanke, =
  Operation,  Perzeption,  Sensation,  Be=  wußtseyn, =
  Jdee,  Notion  werden  so  häufig  in
der  Metaphysik  gebraucht,  daß  ich  die  Anzeige
ihres  Unterschieds  für  nothwendig  halte.  Gedanke
            
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