Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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anders  verhält  es  sich  mit  den  komplexen  Ideen.
Man  erkennt  die  Verschiedenheit  von  ein  Paar
Zahlen  mit  der  schärfsten  Genauigkeit;  weil  ihr
Maas,  die  Einheit  beständig  gleich  bleibt.  Man
kann  so  gar  diejenigen  einfachen  Ideen  kompleper
Notionen  zehlen,  die  aus  verschiedenen  Perzeptionen =
  bestehn,  und  kein  so  genaues  Maas  haben,
als  die  Einheit  ist.  Giebt  es  Beziehungen,  die
man  nicht  ergründen  kann:  so  sind  es  einzig  und
allein  die  Beziehungen  der  einfachen  Ideen.  Man
weis  z.  B.  genau,  was  für  Ideen  man  mehr  mit
dem  Wort  Geld  als  mit  dem  Ausdruck  Tombak
verbunden  hat.  Man  kann  aber  die  Verschiedenheit =
  der  Farbe  dieser  Metalle  nicht  abmessen;  weil
die  Perzeption  derselben  einfach  und  untheilbar  ist.
§.  14.  Die  einfachen  und  die  kompleren  Jdeen
kommen  darinnen  überein,  daß  man  sie  beyde  als
absolute  und  relative  Jdeen  betrachten  kann.  Sie
sind  absolute  Ideen,  wenn  man  bey  ihnen  stehn
bleibt,  und  wenn  man  sie  zum  Objekt  seiner  Reflexion =
  macht,  ohne  die  Beziehungen  auf  andre  Jdeen
in  Anschlag  zu  bringen.  Betrachtet  man  sie  hingegen ¬
  als  Ideen,  die  einander  untergeordnet  sind:
so  nennt  man  sie  Relationen.
§.  15.  Die  urbildlichen  Notionen  haben  einen
Der  erste  ist  dieser,  daß
gedoppelten  Vortheil.  |  |
Sie  sind  feste  Modelle,  von
sie  komplet  sind.
denen  sich  die  Seele  eine  so  vollkommene  Kenntniß
erwerben  kann,  daß  nichts  mehr  übrig  bleibt,  was
sie  noch  daran  entdecken  könnte.  Dieses  erhellet
daraus,  weil  diese  Notionen  keine  andre,  als  solche
einfache  Ideen  in  sich  fassen  können,  die  die  Seele
            
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