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wird man die Idee einer Linie, oder einer Ausdehnung ¬
haben, ohne Länge, Breite und Tiefe.
Endlich reflektire man auf eine Extremität
dieser Linie, ohne auf ihre Länge zu merken; so
wird man sich die Idee von einem Punkt, oder
von dem bilden, was man in der Geometrie als
so etwas ansieht, was weder Länge, noch Breite
noch Dicke hat.
Auf diesem Weg wird man ohne Mühe zu den
Jdeen vom Punkt, von der Linie, und der Fläche
gelangen. Es kömmt alles darauf an, daß man
die Erfahrung studire, um die Erzeugung der
Ideen in eben der Ordnung zu finden, in welcher
sie sich gebildet haben. Diese Methode ist besonders ¬
in den Fällen schlechterdings nothwendig,
wo von abstrakten Notionen die Rede ist. Sie
ist das einzige Mittel, wodurch sie deutlich er
klärt werden können.
§. 13. Zwo wesentliche Verschiedenheiten sind
unter den einfachen und unter den komplexen Ideen
sichtbar. 1) Bey den erstern ist die Seele durchaus ¬
blos leidend. Sie würde sich die Idee von
einer Farbe, die sie nie gesehn hat, nie verschaffen
können. Bey der Erzeugung der zusammengesezten ¬
Ideen ist sie hingegen thätig. Sie ist es,
die die einfachen Ideen entweder nach Modellen,
oder nach ihrem Belieben, vereinigt; kurz, sie
sind das Werk einer reflektirten Erfahrung. Ich
will sie insbesondre Notionen nennen. 2) Wir
haben kein Maas, wornach wir den Ueberschuß
einer einfachen Idee über eine andre einfache Idee
beurtheilen könnten; weil sie untheilbar sind. Ganz