Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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knüpfung,  in  welcher  jene  heftige  Empfindung  mit
diesem  steht,  hinlänglich  verbergen  kann  Und
welches  ist  denn  nun  diese  Empfindung?  Der
Wunsch,  daß  sein  Sohn  tod  sey;  weil  eine  solche
Empfindung  sonst  entweder  nie  in  der  Seele  eines
Vaters  vorhanden  seyn  kann,  und  weil  sie  seine
Seele,  wenn  sie  einmal  vorhanden  ist,  gewissermaaßen ¬
  ganz  ausfüllen  muß.  Eben  deswegen
muß  er  auf  die  Frage:  Was  denn  sein  Sohn  gegen ¬
  drey  Menschen  hätte  ausrichten  sollen,  antworten: =
  er  hätte  sterben  müssen.
Nun  stelle  man  sich  auf  der  andern  Seite  einen ¬
  Römer  vor,  der,  wenn  ihm  gleich  der  Ruhm
seiner  Familie  und  das  Wohl  der  Republik  am
Herzen  lag,  doch  weit  schwächere  Empfindungen,
als  der  alte  Horatius  dabey  hatte.  Mir  kömmt's
vor,  daß  dieser  sein  kaltes  Blut  fast  völlig  würde
behalten  haben.  Die  durch  den  Ruhm  und  die
Liebe  für  sein  Vaterland  in  ihm  erzeugten  Empfindungen =
  würden  ihn  ungleich  schwächer  gerührt  haben, =
  und  das  vielleicht  fast  in  einem  gleichen
Grade.  Dieser  Mann  würde  keinen  Grund  gehabt =
  haben,  lieber  die  eine,  als  die  andre  Empfindung ¬
  auszudrücken.  Er  würde  sie  also  alle
natürlich  in  ihrem  vollen  Detail  an  den  Tag  gelegt ¬
  haben.  Er  würde  etwa  gesagt  haben,  wie
sehr  er  beym  Anblick  des  Ruins  der  Republik  und
dem  Schimpf  seines  Sohnes  leide.  Er  würde  es
diesem  verboten  haben,  daß  er  es  nie  wieder  wagen =
  solle,  ihm  vor  die  Augen  zu  kommen,  und
statt  ihm  den  Tod  zu  wünschen,  würde  er  blos
das  Urtheil  gefällt  haben,  daß  es  besser  für  ihn
            
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