Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Vermögen  für  eine  Vergleichung  statt?  Gott  ist  es,
der  den  Jnstinkt,  und  der  Mensch,  der  die  Vernunft ¬
  lenkt."
§.  96.  Leicht  läßt  sich  hier  übrigens  auch  der  Unterschied =
  auseinandersezen,  den  man  sich  unter  den
Redensarten,  über  die  Vernunft,  der  Vernunft
gemäs,  und  wider  die  Vernunft,  denken  muß.
Eine  jede  Wahrheit  ist  über  die  Vernunft,  die  einige ¬
  Ideen  in  sich  faßt,  die  kein  Gegenstand  der
Operationen  unsrer  Seele  seyn  können;  weil  man
sie  weder  mittelst  der  Sinne  erhalten,  noch  aus
den  Sensationen  ableiten  konnte.  Eine  Wahrheit
ist  der  Vernunft  gemäs,  wenn  sie  nur  solche  Ideen
in  sich  schließt,  die  unsre  Seele  bearbeiten  kann.
Ein  jeder  Saz  endlich  ist  der  Vernunft  zuwider,  der
einer  Idee  widerspricht,  die  aus  den  richtig  geleiteten ¬
  Operationen  der  Seele  entspringt.
§.  97.  Jedermann  hat  leicht  bemerken  können, =
  daß  in  die  Notion  der  Vernunft,  und  in
die  neuen  Zergliederungen  der  Einbildungskraft,
die  ich  im  vorhergehenden  Kapitel  angestellt  habe,
keine  andre  Ideen,  als  die  Begriffe  von  den  Operationen =
  hineinkommen,  die  den  Gegenstand  der
acht  ersten  Kapitel  dieses  Abschnitts  ausmachten.
Es  war  indessen  zuträglich,  daß  wir  diese  Dinge
einzeln,  ein  jedes  für  sich  betrachteten,  theils  um
beym  Gewöhnlichen  zu  bleiben;  theils  um  die  verschiedenen =
  Objekte  der  Operationen  des  menschlichen =
  Verstandes  desto  genauer  auszuzeichnen.
Jch  halte  es  für  meine  Pflicht  der  Gewohnheit  der
Philosophen  auch  darinnen  zu  folgen,  daß  ich  den
gesunden  Menschenverstand,  den  Esprit,  das  Ver¬
            
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