Volltext : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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Augenblick,  da  er  am  allerwenigsten  daran  dachte, ¬
  einen  Sohn  wieder,  den  er  für  verloren  hielt.
Gleich  darauf
Sein  Schmerz  wird  desto  heftiger.
Er  wird  desto
kömmt  Feuer  in  seinem  Hause  aus.
schwächer.  Er  ist  schon  außer  aller  Gefahr,  wenn
man  erst  daran  denkt,  ihm  zu  Hülfe  zu  kommen.
Denn  seine  plözlich  und  lebhaft  gerührte  Einbildungskraft ¬
  wirkt  auf  alle  Theile  seines  Körpers
zurück,  und  sie  bringt  in  demselben  die  Revolution ¬
  hervor,  die  ihn  rettet.
Dieses  sind,  wie  ich  glaube,  die  merkwürdigJch ¬
  will  im
sten  Effekte  der  Einbildungskraft.
nächsten  Kapitel  noch  mit  ein  Paar  Worten  die
Reize  berühren,  die  sie  der  Wahrheit  gewähren
kann.
Zehntes  Kapitel.
Wo  schöpft  die  Einbildungskraft  die  Reize,  die
sie  der  Wahrheit  giebt?
§.  89.  Die  Einbildungskraft  zieht  ihr  Angenehmes ¬
  aus  ihrem  Recht,  die  Natur  ihrer  schönsten ¬
  und  liebenswürdigsten  Beschaffenheiten  zu  berauben, =
  um  den  Gegenstand  damit  auszurüsten,
den  sie  bearbeitet.  Nichts  ist  ihr  fremd;  alles  ist
ihr  eigen,  sobald  sie  sich  mit  demselben  im  größten
Glanz  zeigen  kann.  Sie  ist  eine  Biene,  die  ihren
Schaz  aus  den  schönsten  Blumen  eines  Blumengartens =
  zusammenträgt.  Sie  ist  eine  Koquette,  die
einzig  der  Begierde  sich  gefällig  zu  machen,  nachhängt, ¬
  und  daher  mehr  ihrem  Eigensinn,  als  der
            
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