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machen, es habe Visionen, es unterhalte sich mit
den Engeln, oder es befinde sich sogar bey ihnen
im Himmel. Es wäre zu wünschen, daß junge
Personen beyderley Geschlechts bey der Lektüre di= | |
ser Art von Schriften allemal von einsichtsvollen
Männern geleitet würden, die die Beschaffenheit
ihrer Einbildungskraft kennen.
§ 86. Diese Arten von Wahrheiten werden
von aller Welt dafür angesehn. Es giebt aber
noch gewisse Zerrüttungen der Seele, die man
noch nicht mit diesem Namen belegt. Alle Zerrüttungen, ¬
die ihren Grund in der Imagination haben, ¬
müßten indessen in diese Klasse gebracht werden. =
Bestimmt man die Narrheit nur nach den
Frrthümern: so kann man keinen festen Punkt ansezen, =
wo sie sich anhebt. Man lasse sie daher in
einer Einbildungskraft bestehn, die, ohne daß
man es merken kann, Ideen auf eine ganz unordentliche ¬
Art assoziirt, und die bisweilen auch auf
unsre Urtheile und auf unser Betragen Einfluß
hat. Nach dieser Bestimmung ist kein Mensch davon =
ausgenommen. Der weiseste Mann wird
vom närrischsten Menschen nur darinnen unterschieden ¬
seyn, daß die Verirrungen seiner Einbildungskraft =
nur solche Dinge zum Gegenstand haben,
die in das gewöhnliche Leben wenig Einfluß haben, =
und die ihn auf eine weniger in die Augen
fallende Art mit den übrigen Menschen in Widerspruch ¬
sezen. In der That, wo ist ein Mensch,
den nicht irgend eine Lieblingsleidenschaft unaufhörlich, =
bey gewissen Begebenheiten, dringen
sollte, daß er sich nur nach Maasgabe der lebhaf=