ten Ebene, den Himmel mit der Hand berühren
zu können, gedenken.
Sollte es also wohl nicht unnüz seyn, die
Philosophen zu lesen? Aber, wie könnte einer
hoffen, daß er glücklicher darinnen seyn werde,
als so viele Genies, die von ihrem Zeitalter so sehr
bewundert wurden; wofern er sie nicht wenigstens
in der Absicht studiret, um aus ihren Fehlern
Nuzen zu schöpfen? Nothwendig muß ein jeder,
der eigne Fortschritte in der Untersuchung der
Wahrheit thun will, die Fehler derer kennen, die
den Weg zur Wahrheit zu eröfnen glaubten. Die
Erfahrung des Philosophen ist wie beim Steuermann ¬
die Kenntniß der Felsen, woran andre gescheitert ¬
sind, und ohne diese Kenntniß hat er keinen =
Kompaß, der ihn leiten könnte.
Noch würde dieses zur Entdeckung der Irrthümer ¬
der Philosophen nicht hinreichen, wenn
man nicht die Ursachen derselben erforschte. Man
müßte sogar von einer Ursache zur andern zurückgehn, ¬
und bis auf eine erste Ursache kommen.
Denn es giebt allerdings eine Ursache, die alle
diese irrgehenden Untersucher verführt, und die
gleichsam der einzige gemeinschaftliche Mittelpunkt ¬
ist, aus welchem alle Wege auslaufen,
die zum Irrthum hinführen. Vielleicht würde
man alsbenn neben diesem Punkt einen andern
entdecken, von welchem der einzige Weg ausläuft, ¬
der zur Wahrheit führt.