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die sich am meisten auszeichnen. Das ist der
Grund, warum uns Personen, die Physionomie
haben, mehr gefallen oder mißfallen, als andre
Menschen. Denn die Physionomie ist weiter
nichts, als eine Sammlung von Zügen, mit denen ¬
wir Ideen verknüpft haben, die einander nicht
aufwecken, ohne mit Vergnügen oder mit Abscheu
vergesellschaftet zu seyn. Man muß sich demnach
nicht wundern, daß wir geneigt sind, andre nach
ihrer Physionomie zu beurtheilen, und daß wir
gleich beym ersten Anblick Zuneigung oder Abneigung ¬
gegen sie in uns gewahr werden.
Es ist eine Wirkung dieser Verknüpfungen,
daß wir bisweilen bis zur Ausschweifung für gewisse ¬
Personen eingenommen, und daß wir gegen
andre ganz ungerecht sind. Das rührt davon
her, daß sich dasjenige, was uns an unsern
Freunden und Feinden auffällt, mit den angenehmen =
oder unangenehmen Empfindungen verbindet,
die sie uns gewähren, und daß folglich auch die
Fehler unsrer Freunde allemal etwas Angenehmes
von demjenigen annehmen, was wir Liebenswürdiges =
an ihnen wahrnehmen; so wie hingegen auf
der andern Seite uns die besten Eigenschaften unsrer =
Feinde an ihren Fehlern Theil zu nehmen scheinen. ¬
Dadurch haben diese Ideenverbindungen
auf unser ganzes Betragen Einfluß. Sie unterhalten =
unsre Liebe und unsern Haß; unsre Hochschäzung =
und unsre Verachtung andrer; sie erwecken ¬
unsre Erkenntlichkeit und unsern Unwillen, und
sie erzeugen diejenigen Sympathien und Anthipathien, =
und alle die sonderbaren Neigungen, von