über das Licht.
109
so wird man sie unmittelbar von einem breiten =
in einem noch breitern gelben eingeschriebenen, =
rothen Scheine umgeben sehen; wie nahe
man die Walze auch an das Auge und die
Linse bringt, so wird man doch keine Spur
von Blau am Rande des gelben Scheins
wahrnehmen, so lange die Seheachse (axe
visuel) der Achse des Glases entspricht; nur
dann erst, wenn man die Linse auf dreyßig
und das Auge auf acht Zolle von dem Gegenstande =
entfernt, erscheint solcher mit einer Jndigfarbe =
bedeckt; in diesen beyden Fällen
sieht man ihn nicht umgekehrt, aber er sieht
im erstern viel größer, als im leztern, aus;
weil die scheinbare Größe der Gegenstände also allezeit ¬
mit der Größe des optischen Winkels in einem
gewissen Verhältnisse steht *), so ist der Winkel,
welchen die gelben Stralen machen, g ößer, als
der, welchen die rothen, und noch gröͤßer, als der,
welchen die blauen machen.
Da
e) Jch sage hier nichts von dem Vermögen, welches
die Seele besizt, zu unterscheiden, ob die scheinbare =
Größe eines Gegenstandes von den wirklichen =
Durchmessern, oder von dem Abstande, herrühre; =
ein Vermögen, welches einzig und allein
aus der Vergleichung erwächst, welche sie zwischen
den zufälligen Empfindungen und der hauptsächlichsten =
anstellt, und welches an der Richtigkeit
dieses optischen Gesetzes nichts verändert, weil die
Seele die Größe eines Gegenstandes nicht mehr
beurtheilen kann, wenn sie die Entfernung desselben =
nicht mehr erfahren kann.