über das Licht.
10
Wie groß, oder klein der Einfallswinkel der
Lichtstralen auch sey, so steht doch der Winkel der
Ablenkung der ungleichartigen allezeit in einem gewissen ¬
Verhältnisse; wir haben diese Wahrheit in
Ansehung der aus einander und zusammen gehenden =
erwiesen; wir wollen sie nun auch in Ansehung
der gleichlaufenden erweisen.
Läßt man die unmittelbaren Stralen der Sonne
in ein verfinstertes Zimmer hinein, so wird man,
da die, welche an dem Umkreise eines Körpers zerlegt ¬
werden, in seinem, auf einen angemessenen Abstand =
geworfenen, Schatten verborgen bleiben, solche =
daselbst unmöglich dergestalt wahrnehmen können,
daß man ihre verschiedene Stuffe der Ablenkbarkeit
mit Gewißheit angeben könnte; man muß sich also
einer andern Weise bedienen, und da giebt es eine
sehr einfache, welche uns ein neues Feld eröfnen wird.
Hängt man, wenn der Himmel bedeckt ist, einen =
undurchsichtigen Körper, von einem gewissen
Umfange, gegen denselben auf, und sieht ihn darnach =
durch eine Linse b) an, welche zu wenig vom
Auge entfernt ist *), als daß das Bild umgekehrt
erscheib) ¬
Man beliebe sich hier zu erinnern, daß die ungleichartigen =
Stralen beym Durchgange durch
eine Linse nur darum verschieden gebrochen werden, =
weil sie sich mehr, oder weniger nach dem
Körper hinbiegen, welcher das Licht zerlegt.
Ohngefehr zween Zoll vom Auge und acht Zoll
vom Gegenstande; aber ich bitte die Leser, nicht
zu vergessen, daß alle meine Beobachtungen,
wenn