Full text : Oken, Lorenz: Ueber den Werth der Naturgeschichte

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eines  Volkes  verderblich.  In  der  Naturgeschichte  ist  nicht  die
Hauptsache,  was  man  noch  immer  dazu  macht.  Die  Mineralienkenntnifs ¬
  ist  nicht  um  ihrer  willen  da,  sondern  um  der
Geologie  willen,  die  Botanik  muſs  in  der  Pflanzenphysiologie -
  ihre  Vollendung  erreichen,  die  Zoologie  muss  zur  vergleichenden ¬
  und  philosophischen  Zoologie  nur  vorbereiten.
Diese  Wissenschaften,  wie  sie  jetzt  gelehrt  werden  und  immer ¬
  gelehrt  werden  müssen,  dürfen  nicht  allein  bleiben
der  Kopf,  die  Seele,  die  ihnen  allen  fehlt,  mufs  hinzukommen, ¬
  wenn  eine  denkende,  urtheilende,  nicht  blos  eine  Gedächtnissbildung ¬
  emporkommen,  wenn  ein  Mittelpunct  der
Bildung  entstehen  soll,  durch  den  das  Verständniss  aller
Stände  vermittelt  wird.
Wir  haben  die  besten  und  die  sichersten  Aussichten.
Durch  die  väterliche  Fürsorge  und  Leitung  unsers  Durchlauchtigsten -
  Herzogs,  Karl  Augusts,  der  die  Wissenschaften ¬
  selbst  als  ein  Heiligtbum  pflegt,  und  sie  mit  reicher ¬
  Hand  unterstützt,  ist  ein  Zusammwirken  der  Lehrer
sowohl  der  Vorbereitungs  -  als  der  Vollendungsanstalten  mög
lich  geworden,  wodurch  die  Erkenntnifs  des  wahren  Werthes ¬
  der  Naturwissenschaften,  die  Liebe  zum  ernstlichen  und
tieferen,  vergleichenden  Studium  derselben  schon  im  frühesten ¬
  Keime  vorbereitet,  im  Fortgange  entwickelt,  und  in
der  Epoche,  wo  die  männliche  Jugend  in  die  Welt  eingreifen ¬
  wird,  vollendet  sein  kann.
Wir  dürfen  mit  Zuversicht  sagen,  dass  die  Studien  an
unsern  Lehranstalten  eine  realere  Wendung  genommen  haben, ¬
  dass  sie  auf  die  solide,  klare  Bildung  des  Volkes  hin¬
            
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