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bei den Ausländern wegen des Ebenmaasses der Bildung nicht
vorhanden ist. Zur Einheit eines Volkes gehört nur Verstehen ¬
der Höheren, gleichviel, ob diese näher der Menge, -
oder diese näher den Unterrichteten steht. Bei den Ausländern ¬
sei jenes, bei uns aber ist keines der Fall. Die Höhern ¬
sind den Niedern vorgeeilt, zwei Einsichten haben sich
gebildet, sind sich fremd geworden, das Zusammenwirken
fehlt, Misslingen ist überall und Mangel an Geschick, hier
Stumpfheit, dort Dünkel. Daher kömmt es, dass der
Deutsche nicht achtet und anerkennt das, was ein Deutscher
geleistet, dass er nur die Ausländer bestaunt und sie nachahmt.
Dieses zollt er blos ihrer Harmonie, blos ihrer Bildungsart,
die auch die Menge öffnet für den Bildungsgrad der Höhern.
Aus dieser Entfernung der zwei Volksklassen gehen alle
unsere Uebel hervor. Es ist rühmlich das Streben der untern ¬
Stände nach höherer Ausbildung, aber für sie ist keine
Mittelstuffe vorhanden. Sie können nur durch einen Salto
mortale zur höhern Bildung kommen, und dann treiben sie
sich in einer fremden Welt umher, in der sie so wenig zum
Verstande kommen, als die höhern sich herabzulassen Verstand ¬
haben. Alles vereinzelt sich und tritt aus seinem Gleise.
Die Bildung vermag nicht, sich über das Individuum hinauszuschwingen, ¬
die Klugkeit dient nur zum Gewinnen, für
Gemeingeist kömmt Eigennutz, für Ehrlichkeit verbissene
Wuth, für Ehre das Behaupten, sei es auch der niedrigsten,
Existenz. Braucht es mehr als zu sehen, wie die ersten
Stützen des Staates ganz ihren Orient verloren haben! Der
Gelehrte treibt die Wissenschaft um Taglohn, der Geistliche
wird bürgerlich, der Adel verbaurt! Alles aus der, bereits
gerissenen, Spannung unserer Bildung.