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Auß dem Profil Tab. XVI. ist zu ersehen / wie die Sähle in dem andern Geschoß mit
Jonischen Wand=Säulen / und mit freystehenden Säulen Jonischer Ordnung gezieret und gestützet =
sind. Auch diese haben die Helffte des grossen Moduls / und stehen auch alle auf den
Durchschnitten des Netzes. Kommen also in jeden Sahl 96. freystehende Säulen / welche
um Feuers=Gefahr wegen billich von Stein oder Gibs verfertiget seyn solten. Sie wurden
dem Sahl vortreffliches Ansehen geben / und nicht allein Platz genug vor das Gewehr lassen /
welches auf diese Sähl zu bringen wäre / sondern auch treffliche Anlaß zu schöner Disponi
rung desselbigen geben. Auf die drey herrlich raumliche Böden / kan alles übrige zu Außstaffirung =
eines Zeughauses nöthige gebracht / und wohl disponiret werden. Die hohen Giebel
werden / sonderlich in dem Aufriß Tab. XV. Zweiffels ohne die delicaten Architect choquiren -
/ weil sie nur flache Jtaliänische Frontons in ihr Gehirne drucken. Jch habe sie auch weder =
in der Meynung etwas zierliches darinnen zu suchen / noch auch aus Nothwendigkeit gezeichnet =
/ bloß die Zug=Löcher zu erhalten / durch die man das Artollerie-Geräthe bequemlich
auf die Boden ziehen könte. Denn dieses hätte auch durch formliche Dach=Ercker so schön
herausbringen können / daß auch der delicateste Architect nichts hätte dawider sagen können.
Ja ich habe in meinem Dessein Gelegenheit gefunden / die Zug=Winden bey tr. (wie schon gemeldet =
worden) innerhalb des Gebaudes anzubringen / wodurch man zwar so gar bequem
nicht wie bey den aussen stehenden Zug=Löchern / doch gewißlich ohne importante Unbequemlichkeit =
und Versaumnuß / ja in Zeit ungestümmer Witterung / gemächlicher alles auf die Böden =
schaffen kan. Die Ursache aber solche Giebel zu machen / die fast an allen andern Gebäuden =
aus gewissen Ursachen verwerfflich wären / ist theils die Vergrösserung des Raums auf
den Boden / theils das Verlangen zu erforschen / ob jemand wurde wissen solide Ursachen aus
den Reguln der Stärcke / Bequemlichkeit oder Zierlichkeit anzuzeigen / um derer willen diese
Giebel an einem Zeughauß zu verwerffen wären. Daß man sage / sie stehen nicht schön / ist
nicht genug / sondern man muß Ursachen zeigen / warum sie an einem Zeughause heßlich stehen.
So lange man diese nicht vorbringet / habe ich Ursache genug sie zu machen. 1. Weil dadurch
die Böden raumlicher werden. 2. Weil die Zug=Löcher in Dach=Aerckere Einkehlen an den
Dächern machen / welche man doch so viel als möglich ist / vermeiden soll. 3. Weil sie das
solide und ernstliche Außsehen eines Zeughauses vermehren. Weiter fället mir nichts bey / so
bey meinen Rissen zu erinnern nöthig wäre / gehe demnach weiter / noch mit wenigem zu handeln =
von dem
Pulver=Magazyn.
Bey diesem ist erstlich insgemein dahin zu sehen / daß nicht wohl Feuer hinein kommen /
und wenn es doch durch ein Unglüͤck springen solte / daß es nicht allzugrossen Schaden thun
könne. Darum ist zu erst offenbahr / daß je mehr man das Pulver in einer Stadt vertheilen
kan / je besser es sey / und daß man sie also anlegen solle / daß der Feind es mit seinem Canon
nicht finden köͤnne. Denn wider das Bombardiren allein kan man sie noch verwahren / wenn
sie aber auch mit dem Canon köͤnnen erreichet werden / so mag der Feind dadurch leichtlich so
viel zu nichte daran schiessen / daß hernach die Bomben durchschlagen. Also ist es auch nicht
rathsam hohe Gebäude / als Pulver=Thürme dazu aufzuführen / es sey denn / daß sie entweder
aussen an dem Wall / von den Stadt=Gebäuden ziemlich entfernet / zugleich also liegen / daß
wenn sie der Feind schon siehet / er sie doch mit den Stücken kräfftig nicht abreichen kan. Als
in dem Fall / wo ein grosser Morast aussen davor lieget / oder eine Inundation, u. s. w. oder
daß sie um die Mitte der Stadt mitten auf grossen Plätzen können angeleget werden / da sie
um und um von den Haͤusern der Stadt ziemlich entfernet liegen. Denn das hindert nichts,
daß eine grosse Frequenz der Leute da herum ist / wofern das Magazyn also verwahret ist,
wie es billich seyn soll / und leicht seyn kan / daß man verstohlens nicht Feuer daran legen kan,
wo es gefährlich ist / oder gar hinein werffen. Wenn schon ein Spion auf einem solchen frequenten -
Platz sicherer umher schleichen / und das Magazyn um und um besehen kan / so hilfft
ihm doch das nichts. Aber etwas weiters zu thun ist ihm da vielmehr / als an einem abgelegenen =
einsamen Orth verwehret / weil er sich vielmehr fürchten muß / attrapiret zu werden / wo so
viel hundert Augen auf ihn gerichtet seyn können.
Einmahl ist es gewiß / daß in einer recht wohl versehenen Festung das Pulver in Tonnen =
nicht mit hunderten / sondern mit tausenden vorhanden seyn muß / wozu viel Raum gehöret. =
Wenn nun so viel Bomben freye Souterreins unter den Wällen vorhanden sind /
daß man sie darein vertheilen kan / so ist es gut / aber wie selten findet sich dieses. Wenn
man bey redlichen angesehenen Burgern / deren Häuser sich durch sonderliche Höhe nicht vor
andern distinguiren / doch unter die Menge der hohen mit gehören / es anbringen kan / daß
sie eine Zahl Tonnen zu aller oberst in ihre Häuser bey dem Hahnen=Balcken / wie man saget,
in mit Breter verschlossene Oerter legen lassen / und diese einer von dem andern ziemlich weit
entfernet wohnen / ist es auch gut Denn da lieget das Pulver sehr gut / und wenn es durch
Unglück springet / kan es nicht grossen Schaden thun. Aber dazu zu gelangen / finden sich
auch