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auf diese übergekragte Bögen setzen könte. Woran auch desto weniger zu zweiffeln stehet / weil
zu Amsterdam an der neuen Brucke auch oben eine solche Oeffnung erstlich von höltzerner Construction -
gewesen ist / und so lang gedauert hat / als das Holtz gesund daran gewesen / jetzund
aber von Steinen gemächet ist / da beyderseits der Überhang noch weit stärcker ist / wie davon
mit mehrern in meinem Tractat von Schläͤussen am angezogenen Orth zu sehen ist.
Daß beyde Flügel inwendig allein köͤnnen dirigiret werden / wären solcher gestalt / daß
Seyle oder Ketten von dem äussern Flügel nach der innern Seite hinüber gezogen seyen / noch
unterschiedene Arten auszudencken / aber schwehrlich wird man über diejenige / welche ich in dem
Tractat von Schläussen Tab. VII. fig. 1. entworffen habe / eine ausdencken / welche dem
Durchgang aller Schiffe mit Masten Vergnügung gäbe. Aber es duncket mich / daß man
von disseits jeneseitigen Flügel wohl mit Stangen und Hacken herüber ziehen möͤge / weil man
disseitigen Flügel allein niederlassen / und etliche Menschen sicher kan zu äusserst darauf treten
lassen / welche denn über 15. Fuß weit nach dem andern Flügel nicht zu reichen haben / in welcher =
Weite man eine Stange doch völlig regieren kan / wenn man nur mittelmäßige Krafft
hat. Aber zu solchem Ende muß der jenseitige Flügel nicht mehr Gegengewicht haben / als
was mächtig ist den Flügel / wenn nur Anfangs in dem Aufheben eine geringe Hülffe geschiehet =
/ hernach alleine völlig / ob schon langsam aufzuheben / damit zu dem Niederziehen / das ist
Wenn diezu =
dem Wiederaufheben des Gegengewichts keine grosse Krafft erfordert werde.
ses ist / kan man leicht machen / daß der Flügel in dem Aufziehen sich selbst mit einem SperrHacken =
an jeder Seite in eine Spring=Feder einschliesse. Wenn man denn die Brücke wieder =
niederlassen will / kan ein Mensch an jeder Seite mit Hülffe einer Stange die Spring=Feder =
auslösen / der dritte Mann in der Mitte aber den Flügel mit einer Hacken=Stange nach
sich ziehen. Wenn der Flügel näher kömmt / da er auch nach und nach schwehrer zu ziehen
wird / köͤnnen die andern beyden Stricke über eiserne Zapffen werffen / so an beyden Seiten
desselbigen Flügels angemachet sind / die Stricke aber unter Rollen durchziehen / so an beyden
Enden auf dem innern Flügel müssen befestiget seyn / und also gar gemächlich die Brücke weiter =
hernieder ziehen / biß der dritte Mann hinauf steigen / und sie vollends kan niedertretten helffen =
/ und hernach mit Schub=Riegeln befestigen. Und hiemit habe ich alles von Fall oder
Zug=Brücken gesaget / was ich davon weiß / und finde nichts überig / als daß ich die zwey letzte
Exempel von höltzernen Brücken noch ein wenig erklähre.
So gehen nun bey dem Exempel Tab. VIII. vor die innere Zug=Brücke von den 150.
Fuß der gantzen Canal Breite 25. Fuß ab / die übrigen 125. Fuß sind also eingetheilet / daß
noch vier höltzerne Joch in den Fluß kommen / deren zwey äusserste nur aus einer einfachen
Zeile von eilff Pfählen bestehen / die zwey mittlere aber doppelte Zeilen haben / weil daselbst der
Strohm am strengesten gehet / und die Separation zu der doppelten Schlag=Brücke gemaeite =
/ nemlich 30. Fuß /
chet ist Die drey Oeffnungen zwischen diesen Jochen sind gleicher;
die Pfähle sind 13. Fuß starck suppomiret / und nehmen sie also 12. Fuß Raum hinweg / daß
zu dem letzten Joch und denen an dem Ufer einfach geschlagenen Pfählen noch 23. Fuß überig
verblieben. Was nun die 30. Fuß weite Joche anbelanget / kan man darüber Ruthen von
geschnittenen Eichen Holtz 15. Zoll hoch und 10. dicke legen / welche eine grosse Last ertragen
können / doch ist nicht völlig darauf zu trauen / sondern sicherer zu gehen / kan man noch unter
die Mitte gehängete Balcken legen / welches eben das ist / was Goldmann oben von der B
cke zu Kampen / wiewohl nicht allzudeutlich gesaget hat / nur mit dem Unterscheid / daß hier die
aufrecht stehende höltzer / die man am besten Hänge=Säulen oder Trag=Stander nennet (a b
nicht auf dem gehängeten Balcken c. sondern auf der äussersten Brücken=Ruthe stehen / und
daß die Streb=Höltzer e. nicht auf die Joche selbst / sondern auf eben dieselbige Brück=Ruthen
gestämmet sind / welches aber im Effect auf eines ankömmt / nur aber auf die Art bequemer zu
zu construiren ist. Jch habe aber diese Verbindung in dem Geländer nur 31. Fuß hoch über
die Brück=Bohlen aufgeführet / um mehrer Schönheit wegen / und weil es doch starck genug
halten / man auch zur Reparation wohl ein Streb=Holtz nach dem andern ausnehmen kan /
ohne den Gebrauch der Brücke zu hindern / und mit neuen vertauschen. Doch wäre es sicherer =
und daurhaffter / wenn das Geländer einen Fuß höher / und an beyden Seiten des TragStänders =
mit doppelten Streb=Höltzern versehen / auch jedes Joch mit zwey Reyhen Pfählen =
wie die mittlern zwey verwahret würde / so käme die Construction just heraus / wie die
an der Weser=Brücke zu Bremen / allwo doch die Joche / wo mich recht erinnere / etwas mehr
als 30. Fuß Raum zwischen sich lassen / und also sothaner stärckern Construction absolute
nöthig haben.
Noch ist hiebey nöthig der Eiß=Böcke etwas zu gedencken / welche einige vor nöthig / andere =
gar vor schädlich achten. Es wird aber ein Eiß=Bock also gemachet. Man schläget eine
Strecke / e. g. bey zwey hundert oder mehr Fuß ober der Brucke gegen die vornehmsten Joche /
(also daß dazwischen ein / zwey oder gar drey Joche bleiben / gegen welche keine gesetzet werden)
dreymahl drey Pfähle / eine Reyhe etwa 10. biß 12. Fuß ober der andern also ein / daß in jeder
Reyhe der mittelste ein wenig höher ausstehet / als die an beyden Seiten. Die folgende zwey
Reyhen / blleiben successive höher herausstehen / hernach schneidet man nach der Schnuhr
Zapffen daran / und leget lange Höltzer darauf / die biß in den Grund hinab reichen. Jhr
Nutzen