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solcher Saucissen leget man von der andern höchstens vier Fuß. So fähret man fort eine
Schicht auf die andere zu legen / biß man so hoch kommt als ordinar das hohe Wasser zu steigen =
pfleget. Gegen den Strohm schläget man auch wohl einige lange Pfäle davor / daß er
destoweniger das Buschwerck abreissen köͤnne.
2. Von höltzernen Brücken.
Weil sich Goldmann nicht deutlich genug von dem Hänge=Werck an den höltzernen
Brücken erklähret / und fast verächtlich davon zu reden scheinet / sonderlich von solchen Brücken =
/ welche gar kein Joch haben / sondern nur über dem Wasser zu schweben scheinen; ich
aber hingegen der Meynung bin / daß nicht nur die Brücken ohne Joch allen andern Arten
höltzernen Brüͤcken vorzuziehen seyen / sondern auch Brücken welche ohne alles Hänge=Werck
gemachet werden / gantz und gar zu verwerffen seyen: so ist nöthig vor allen diese Differentz unter =
uns durch eine ordentliche und grüͤndliche Untersuchung abzuthun / und also den Leser ausser =
allem Zweiffel zu stellen.
Jch rede nun von solchen Brüͤcken / daran man / nachdem sie einmahl sind zusammen
gerichtet worden / hernach ein und mehr Höltzer heraus nehmen / und wenn sie verfaulet / oder
sonst schadhafft geworden / mit andern vertauschen kan / daß man also / wenn man sie auch gantz
neu machen wolte / man es thun könne / ohne ein Gerüste unter die Brücke zum stützen zu machen. =
(Dergleichen ich diese zu seyn behaupte / welche ich auf Tab. VI. vorgestellet / da man indessen =
meines Wissens solche Cautel noch an keinem unter den bißher gebaueten Wercken angewendet =
hat.) Denn wo dieser Umstand fehlet / traue ich mir nicht gäntzlich den Vorzug solcher =
Wercke vor den Joch=Brucken zu vertheidigen / weil es etwas gar zu beschwerliches und
kostbahres ist selbige Gerüste zu machen / die man bey Auffrichtung solcher gehangeten Brücken
haben muß.
Daß nun solche Brüͤcken gut verfertiget werden köͤnnen / mag niemand mit dem geringsten =
Bestand der Warheit läugnen. Ja es ist gewiß / daß sie wenig mehr kosten als die gemeine =
Brücken: Denn am Holtz haben jene den Vortheil / daß sie allezeit weniger kosten / und
man bey nahe dadurch das Eisen gewinnet / welches bey jenen erfordert wird / da diese gar nicht
viel Eisen nöthig haben. Bey jenen kosten nun zwar die Widerlagen / die man an beyden
Ufern starck machen muß / ein ziemliches. Wenn man aber die Kosten rechnet / welche auf das
Pfähl=schlagen gehen / werden sie wo nicht höher / doch auch nicht minder sich belauffen. Daß also
in der That jene nicht mehr kosten als diese / ausgenommen / was jene an dem Zimmer=Lohn
der Brücke sich höͤher belauffen / und an den Kosten der Richtung / welcher Uberschuß etwa einen =
zehenden Theil der völligen Bau=Kosten auffs höͤchste betragen möchte.
Dennoch wenn jene schon zwey ja dreymahl so viel kostete als diese / könte man doch
noch Ursachen genug geben / warum jene diesen weit vorzuziehen seyen. Denn 1. hat man
nicht den zehenden Theil so viel Auffsicht auf jene nöthig als auf diese / und ob man sagen
möchte / man habe doch an jedem Ort zur Auffsicht auf die Gebäude Leute nöthig / die verpflichtet =
wären / fleißig varnach zu sehen / auch zu solcher Zeit / wenn eben kein Schaden zu vermuthen =
sey / so weiß doch ein jeder wohl / wie es mit dem Fleiß der Auffsicht meistentheils zugehet
und daß es deßwegen ein gar grosser Vortheil an einem Gebäude sey / wenn so viel und fleißige
Auffsicht dabey nicht nöthig ist. In specie aber muß die Auffsicht bey den ordinaren Brucken
durch öͤffteres besichtigen unten herum auf einem Kahn geschehen / und alle Pfähle öffters in
genauen Augenschein genommen werden. Hingegen jene Art der Brüͤcken kan man nur im
Vorbeygehen gantz accurat besehen / ja wenn etwas daran fehlet / muß es jeden fast in die Augen =
fallen. Wenn es aber nur alle zwey oder drey Jahr einmahl geschiehet / daß man auf einem =
Kahn oder Both unter der Brucke herum fähret / und sie besichtiget / ist es schon genug;
woraus erhellet / daß dieser erste Vortheil important sey. 2. Wenn das Wasser wächset /
oder die Eißfahrten gehen / welches alle Jahre geschiehet / was vor Noth ist da gemeiniglich
dabey / was kostet da die Auffsicht und die Hülffe so man öffters dabey nöthig hat. Hingegen =
bey gehaͤngten Brüͤcken kan jedermann ohne Sorge alsdenn schlaffen. 3. Was das vornehmste =
und kostbahrste bey den gemeinen Brüͤcken ist / nemlich die Pfähle / verdirbt gar bald ein
Pfahl / und stehet allezeit in Gefahr. Denn wenn keine grosse Wasser / und keine Eißfahrten wären =
/ wenn es niemahl geschähe / daß der Strohm geraubte Bäͤume mit sich führete / oder sie
doch allezeit der Längs zwischen den Jochen / ohne sie zu berühren durchführete / so würden doch
die Pfähle dreymahl eher vergehen als das Ober=Werck / weil der mittlere Theil derselben /
immer Wechsel=weiß bald in der freyen Lufft / bald unter Wasser stehet / welches die Fäulnuß
gar sehr befördert. Wenn man aber nur einen neuen Pfahl einschlagen soll / was vor Arbeit
gibt es. Schneidet man die alten Pfähle nur ab / und schläͤget den neuen in dem Spatio zwischen =
zwey Pfählen / so ist der Platz bald vollgeschlagen / daß man hernach keinen mehr einschlagen =
kan; welches in nicht gar langer Zeit fast unglaubliche Incommoda nach sich ziehet /
wie ich es in der That erfahren habe / und nach und nach werden aus den Brüͤcken recht schändliche =
Kröpel. Ziehet man die Pfähle aus / welches nicht sonder grosse Beschwerde geschiehet /
so ist hernach der Stand vor den neuen Pfahl / wenn er nicht um viel länger als der alte genom- =