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legen ist / und die doch von unserem Goldmann gar nicht abgehandelt werden / welche wir denn
auch noch hier mit einzubringen bedacht seyn muͤssen. Wir wollen aber erstlich einen gewissen
Casum formiren / und was in genere dabey zu bedencken ist / ohne auf die Art und Materie
der Brüͤcken zu sehen / anzeigen / hernach wiederum erstlich von höltzernen Brücken und letztens =
von steinern handeln.
1. General-Betrachtung von Bruͤcken.
Jch setze / daß ein kleiner doch gar schiff=reicher Fluß / dessen mittlere Breite sich auf
250. Rheinl. Fuß belauffet / kurtz vor einer volckreichen Stadt / da viel Handlung getrieben
wird / sich in zwey Aeste zertheile / und mit einem Canal von 150. Fuß Breite mitten durch
die Stadt / mit dem andern aber von gleicher Breite an einer Seite hart an dem HauptWall =
der Fortification und an einem Thor vorbey streiche. Da solten nun die alten höltzernen =
Brüͤcken abgebrochen / und Desseins zu neuen so wohl höltzernen als steinern Brüͤcken gezeichnet =
werden.
Da erforsche ich zuforderst die Tieffe des Wassers zu allen Zeiten / und erfahre / daß die
grösseste Tieffe in dem Strohm bey ordinaren Sommer=Wasser sey 101. Fuß / und daß das
Wasser niemahl höher als um acht Fuß gewachsen / und niemahl mehr als um vier Fuß gefallen =
sey. Zum andern erkundige ich / ob der stärckeste Strohm / wie sichs gehöre / ungefehr
die Mitte des Canals durchstreiche / und befinde / daß es sich in dem Canal der durch die
Stadt gehet allerdings also verhalte / aber in dem andern Arme sich nach dem äussern Ufer
zugezogen habe. Drittens finde ich durch fleißiges Einbohren / daß der Grund etwas lucker
sey / und mit Sand vermischete gute Erde hab / aber wenig Leim zu verspüren sey. Vierdtens
befinde ich die Breite der gröͤssesten Schiffe / so aus der nahe gelegenen See den Strohm herauf =
die Stadt vorbey und biß an die nächst höhere Stadt paßiren können / 28. Fuß Breite
haben. Endlich Funfftens mercke ich / daß der Lauff des Strohms ziemlich schnell und strenge =
sey.
Da muß nun die erste und vornehmste Sorge seyn / wie man durch an dem Ufer hin
und wieder gelegete Zungen von Stockwerck den Lauff des Strohms wiederum in die Mitte
bringe / welches / wie es geschehen müsse / Cornel. Majer in seinem Tractat genannt l'arte di
restituir a Roma tralasciata navigation del suo Tevere gar deutlich anweiset; kuͤrtzlich aber
darauf ankömmet: Nachdem ich beyde Ufer des Strohms accurat geometrisch in Grund geleget /
muß ich darein so genau als möglich den Zug des Wassers abzeichnen / wie in beystehender Figur
die punctirte Linie 1. 2. 3. 4. 5. 6. andeutet. Nun zeichne ich die Zungen also / daß ehe der
Strohm an das Ufer ankömmt er schräͤgs an eine nicht allzuweit in das Wasser hinein reichende =
Zunge nach einem stumpffen Winckel anstosse / und also ein wenig von seinem vorher angewöhnten =
Lauff abgewendet werde / und wenn er sich dadurch noch nicht nach der Mitte zu lencket /
sondern doch noch nach demselben Ufer zulauffen will / lege ich ihm weiter hinunter eine andere etwas =
längere in den Weg / und so kan ich zuweilen biß auf die dritte an dieser Seite kommen.
Bißweilen muß man weiter hinunter schrags über auch solche Zungen anlegen. So gibt sich
der Strohm wieder in seinen gebührenden Weg / nimmt die Erde / die er an einer Seite gehäuffet =
hat / und führet sie wiederum dahin / wo er sie zuvor weggeraubet hatte. Es werden
diese Stockwercke am besten also gemachet. Man schläget mit der Hand=Ramme die Figur
der Zunge durch kleine runde Erlene oder auch Dannen=Pfähle mit der ordinaren WasserTieffe =
gleich aus / immer einen zwey oder drey Fuß weit von dem andern / und schlichtet dazwischen =
Creutz=weiß Fachinen / biß man also die Zunge über das Wasser heraus bringet. Sie
werden insgemein zwischen funffzehen und dreyßig Fuß breit. Ja nachdem die Stärcke des
Wassers schwach oder groß ist / auch wohl etwas schmähler / oder auch etwas breiter. Die
Länge hat noch weniger etwas gewisses. Über dem Wasser leget man nur queer hinüber
Buschwerck bey zwey Fuß hoch über einander / und ziehet läͤngs hin darüber von Weiden oder
andern Busch zusammen gebundene dünne Fachinen / die man Saucissen nennet / und hefftet
sie mit kurtzen und gantz dunnen zwischen den Busch eingeschlagenen Pfählen an. Eine Zeile
solcher
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