(0
chen sie mitten zwischen die Joch (in dem Raum zwischen den Jochen / welcher so groß
ist / daß entweder eine Brüͤcken=Ruthe nicht wohl zureichet / oder doch viel zu weit frey läge /
als daß sie sich selbst / die darauff liegende und daruber gehende Lasten wohl tragen könten /
stützen / die sie wiederum wegnehmen / darüber legen sie einen Balcken / just so
hoch / daß eine Schnur von einem Joch zum andern gezogen / darüber hinstreichet / machen
ihn aber nicht feste/ an diesen Balcken werden in beyden Enden aufrecht stehende ¬
Balcken / oder vielmehr Saulen oder Ständer in Löchern feste eingesetzet / und
werden mit eisernen Klammern/ Baͤndern und Haͤspen wohl an einander befestiget. ¬
Die aufrechte Balcken / Saulen oder Stander werden beyderseits mit
zwey oder drey stützenden Balcken oder strebenden Bändern in der Höhe erhalten /
und also beyderseits an die Joche gestuͤtzet.
Die Joche sollen allezeit gerade seyn an der Zahl / damit das Mittel des
Flusses zwischen zwey Jochen frey durchschiessen möͤge. Die Höhe der Brücke
soll seyn so viel als die Höhe der Dämme ist / welche den Fluß einfassen / und
ist nicht zu achten / daß man durch einen Damm hinauf steigen muß zur Brucke: ¬
ja es soll der Boden der Brüͤcke so hoch erhöhet werden / daß das Eiß /
welches sich darunter zu bergen hat / und die kleine Schiffe / auch wenn das
Wasser aufs höͤchste gewachsen ist / unverhindert durchschiessen möͤgen. Aber
vor die grossen Schiffe muß eine Zug=Brücke angegeben werden. Derohalben =
waͤre gut/ daß an allen hoͤltzernen Brucken dergleichen Zug Bruͤcke befindlich ¬
waͤre / besonders aber an den Schiff=reichen Wassern. Die Bauherrn sollen =
besonders fleißige Auffsicht auf die Bruͤcken haben/ damit sie jaͤhrlich mit
Fleiß möͤgen besichtiget / und baustäͤndig erhalten werden: Man möchte auch
den Boden besonders unter freyem Himmel mit zerlassenen Pech anstreichen /
und mit Muschel=Stucklein uberstreuen / und muß dieser Aestrich jährlich / wo
er schadhafft ist / wiederum gebessert werden. Die Weite der Joch soll nicht
weiter fallen / als also / daß die langen Balcken oder Brück=Ruthen unter dem
Boden genugsam zureichen/ und sicher tragen moͤgen. Die Brucken auf kurtze
Zeit / welche im Kriege viel bräuchlich seyn / gehören nicht zur Civil-Architectur, und
fliessen aus ihren Principiis am wenigsten / und können auß den Kriegs=Baumeistern
erlernet werden / besonders auß Schildknechts Harmonie, und Dülichs KriegsKunst =
/ noch besser aber aus neuern Auctoribus, so von der Artollerie und Kriegs=Kunst geschrieben. =
Aber besonders ist die Brüͤcke des Fürsten von Parma vor Antorff in
der Belaͤgerung ein treffliches Muster der andern.
Steinerne Brücken.
Die steinerne Brucken werden zur Langwierigkeit gebauet/ daß sie allezeit =
wäͤhren sollen / in diesen muß man besonders Achtung haben / daß sie wohl
gegrundet / und rechtschaffen starck aufgeführet werden. Die Grundung der
Pfeiler ist vor allen Dingen fleißig zu beobachten: Derohalben soll man zu der
Zeit / wenn der Fluß wenig Wasser hat / die Stelle des Grunds eines Pfeilers
mit Spund=Spind=Pfählen / das ist mit Pfählen / welche mit Fugen / die man
Schwalben=Schwäntze nennet einander anfassen / gleich wie mit einer Wand
umfassen/ und inwendig einen Fuß weit davon muß eine andere dergleichen
Wand bereitet werden. Zwischen beyden Wänden wird der Raum mit Lätte /
oder solcher Erde / welche dem Thon gleichet / vollgefüllet werden / dieselbe
wird auf Schiffen zugeführet / und daselbst hineingeworffen / und wohl eingestampfft =
/ damit also ein Damm bereitet werde / daß das Wasser nicht durchdringe. ¬
Wenn der Strohm nicht so gar streng fliesset / kan man noch wohlfeiler zukommen =
/ wenn man Pfähle / die an zwey gegen einander über liegenden Seiten mit 3. biß 4. Zoll
tieffen Faltzen ausgearbeitet sind / in zwey Reyhen so weit von einander um den vorgenommenen =
Platz herum einschläͤget / daß ein Brett von einem zu dem andern reichet / wie in Tab.
VIII. zu sehen / so darff man nur / wenn die Pfähle eingeschlagen sind / und so viel Erde vorhanden =
/ daß man wenigsten den Damm gegen dem Anfluß des Wassers geschwinde dicht
ausfüllen kan / Bretter in die Faltzen hinunter lauffen lassen / und kan also solchen Canal / der
mit Erde zu einem Damm soll ausgefüllet werden / viel behender / und mit weniger Kosten verfertigen =
/ auch behender und mit weniger Kosten nach vollbrachten Werck wieder hinweg nehmen. =
Wenn die Stärcke des Strohms gar nicht important ist / mag man auch nur ungezimmerte =
Pfähle einschlagen / und dazwischen einen Damm mit Creutz=weiß eingeschlichteten
Fachinen machen. Hernach wird das umfassete Wasser mit Pompen und Wasser
Schrauben ausgemahlen / aber eine oder ein paar Pompen / sonderlich bey der dritten Art
des Dammes stehen gelassen / daß wenn sich noch Wasser durchschleichet / auch wenn starcke Regen
fallen / man allezeit es auspumpen / und den Platz wohl trocken erhalten könne / und der
Boden / dafern er weich ist / biß auf einen harten Grund weggeräumet. Jm
Fan