fullscreen : Sturm, Leonhard Christoph: Architectura civili-militaris, Oder

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chen  sie  mitten  zwischen  die  Joch  (in  dem  Raum  zwischen  den  Jochen  /  welcher  so  groß
ist  /  daß  entweder  eine  Brüͤcken=Ruthe  nicht  wohl  zureichet  /  oder  doch  viel  zu  weit  frey  läge  /
als  daß  sie  sich  selbst  /  die  darauff  liegende  und  daruber  gehende  Lasten  wohl  tragen  könten  /
stützen  /  die  sie  wiederum  wegnehmen  /  darüber  legen  sie  einen  Balcken  /  just  so
hoch  /  daß  eine  Schnur  von  einem  Joch  zum  andern  gezogen  /  darüber  hinstreichet  /  machen
ihn  aber  nicht  feste/  an  diesen  Balcken  werden  in  beyden  Enden  aufrecht  stehende ¬
  Balcken  /  oder  vielmehr  Saulen  oder  Ständer  in  Löchern  feste  eingesetzet  /  und
werden  mit  eisernen  Klammern/  Baͤndern  und  Haͤspen  wohl  an  einander  befestiget. ¬
  Die  aufrechte  Balcken  /  Saulen  oder  Stander  werden  beyderseits  mit
zwey  oder  drey  stützenden  Balcken  oder  strebenden  Bändern  in  der  Höhe  erhalten  /
und  also  beyderseits  an  die  Joche  gestuͤtzet.
Die  Joche  sollen  allezeit  gerade  seyn  an  der  Zahl  /  damit  das  Mittel  des
Flusses  zwischen  zwey  Jochen  frey  durchschiessen  möͤge.  Die  Höhe  der  Brücke
soll  seyn  so  viel  als  die  Höhe  der  Dämme  ist  /  welche  den  Fluß  einfassen  /  und
ist  nicht  zu  achten  /  daß  man  durch  einen  Damm  hinauf  steigen  muß  zur  Brucke: ¬
  ja  es  soll  der  Boden  der  Brüͤcke  so  hoch  erhöhet  werden  /  daß  das  Eiß  /
welches  sich  darunter  zu  bergen  hat  /  und  die  kleine  Schiffe  /  auch  wenn  das
Wasser  aufs  höͤchste  gewachsen  ist  /  unverhindert  durchschiessen  möͤgen.  Aber
vor  die  grossen  Schiffe  muß  eine  Zug=Brücke  angegeben  werden.  Derohalben =
  waͤre  gut/  daß  an  allen  hoͤltzernen  Brucken  dergleichen  Zug  Bruͤcke  befindlich ¬
  waͤre  /  besonders  aber  an  den  Schiff=reichen  Wassern.  Die  Bauherrn  sollen =
  besonders  fleißige  Auffsicht  auf  die  Bruͤcken  haben/  damit  sie  jaͤhrlich  mit
Fleiß  möͤgen  besichtiget  /  und  baustäͤndig  erhalten  werden:  Man  möchte  auch
den  Boden  besonders  unter  freyem  Himmel  mit  zerlassenen  Pech  anstreichen  /
und  mit  Muschel=Stucklein  uberstreuen  /  und  muß  dieser  Aestrich  jährlich  /  wo
er  schadhafft  ist  /  wiederum  gebessert  werden.  Die  Weite  der  Joch  soll  nicht
weiter  fallen  /  als  also  /  daß  die  langen  Balcken  oder  Brück=Ruthen  unter  dem
Boden  genugsam  zureichen/  und  sicher  tragen  moͤgen.  Die  Brucken  auf  kurtze
Zeit  /  welche  im  Kriege  viel  bräuchlich  seyn  /  gehören  nicht  zur  Civil-Architectur,  und
fliessen  aus  ihren  Principiis  am  wenigsten  /  und  können  auß  den  Kriegs=Baumeistern
erlernet  werden  /  besonders  auß  Schildknechts  Harmonie,  und  Dülichs  KriegsKunst =
  /  noch  besser  aber  aus  neuern  Auctoribus,  so  von  der  Artollerie  und  Kriegs=Kunst  geschrieben. =
  Aber  besonders  ist  die  Brüͤcke  des  Fürsten  von  Parma  vor  Antorff  in
der  Belaͤgerung  ein  treffliches  Muster  der  andern.
Steinerne  Brücken.
Die  steinerne  Brucken  werden  zur  Langwierigkeit  gebauet/  daß  sie  allezeit =
  wäͤhren  sollen  /  in  diesen  muß  man  besonders  Achtung  haben  /  daß  sie  wohl
gegrundet  /  und  rechtschaffen  starck  aufgeführet  werden.  Die  Grundung  der
Pfeiler  ist  vor  allen  Dingen  fleißig  zu  beobachten:  Derohalben  soll  man  zu  der
Zeit  /  wenn  der  Fluß  wenig  Wasser  hat  /  die  Stelle  des  Grunds  eines  Pfeilers
mit  Spund=Spind=Pfählen  /  das  ist  mit  Pfählen  /  welche  mit  Fugen  /  die  man
Schwalben=Schwäntze  nennet  einander  anfassen  /  gleich  wie  mit  einer  Wand
umfassen/  und  inwendig  einen  Fuß  weit  davon  muß  eine  andere  dergleichen
Wand  bereitet  werden.  Zwischen  beyden  Wänden  wird  der  Raum  mit  Lätte  /
oder  solcher  Erde  /  welche  dem  Thon  gleichet  /  vollgefüllet  werden  /  dieselbe
wird  auf  Schiffen  zugeführet  /  und  daselbst  hineingeworffen  /  und  wohl  eingestampfft =
  /  damit  also  ein  Damm  bereitet  werde  /  daß  das  Wasser  nicht  durchdringe. ¬
  Wenn  der  Strohm  nicht  so  gar  streng  fliesset  /  kan  man  noch  wohlfeiler  zukommen =
  /  wenn  man  Pfähle  /  die  an  zwey  gegen  einander  über  liegenden  Seiten  mit  3.  biß  4.  Zoll
tieffen  Faltzen  ausgearbeitet  sind  /  in  zwey  Reyhen  so  weit  von  einander  um  den  vorgenommenen =
  Platz  herum  einschläͤget  /  daß  ein  Brett  von  einem  zu  dem  andern  reichet  /  wie  in  Tab.
VIII.  zu  sehen  /  so  darff  man  nur  /  wenn  die  Pfähle  eingeschlagen  sind  /  und  so  viel  Erde  vorhanden =
  /  daß  man  wenigsten  den  Damm  gegen  dem  Anfluß  des  Wassers  geschwinde  dicht
ausfüllen  kan  /  Bretter  in  die  Faltzen  hinunter  lauffen  lassen  /  und  kan  also  solchen  Canal  /  der
mit  Erde  zu  einem  Damm  soll  ausgefüllet  werden  /  viel  behender  /  und  mit  weniger  Kosten  verfertigen =
  /  auch  behender  und  mit  weniger  Kosten  nach  vollbrachten  Werck  wieder  hinweg  nehmen. =
  Wenn  die  Stärcke  des  Strohms  gar  nicht  important  ist  /  mag  man  auch  nur  ungezimmerte =
  Pfähle  einschlagen  /  und  dazwischen  einen  Damm  mit  Creutz=weiß  eingeschlichteten
Fachinen  machen.  Hernach  wird  das  umfassete  Wasser  mit  Pompen  und  Wasser
Schrauben  ausgemahlen  /  aber  eine  oder  ein  paar  Pompen  /  sonderlich  bey  der  dritten  Art
des  Dammes  stehen  gelassen  /  daß  wenn  sich  noch  Wasser  durchschleichet  /  auch  wenn  starcke  Regen
fallen  /  man  allezeit  es  auspumpen  /  und  den  Platz  wohl  trocken  erhalten  könne  /  und  der
Boden  /  dafern  er  weich  ist  /  biß  auf  einen  harten  Grund  weggeräumet.  Jm
Fan
            
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