Volltext : Sturm, Leonhard Christoph: Architectura civili-militaris, Oder

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man  hernach  üͤber  wenig  Stuffen  in  die  daran  liegende  Magazynen  (8.)  kommen  könte.  Auf
der  anderen  Seite  bey  (7)  liegen  neben  dem  beschriebenen  Gang  verschlossene  Secrete  /  welche
nur  vor  die  /  welche  die  Stüͤcke  in  den  Casematten  bedienen  /  alsdenn  geoffnet  werden.  Die
Magazyn  (8.)  sind  alle  biß  auf  die  beyden  äussersten  18.  Fuß  ins  gevierte  in  Lichten  /  und  liegen =
  ihre  Tonnen=Gewölber  drey  Fuß  dick  gantz  auf  der  Erde  auf  den  Gründen  /  welche  fünffte
halb  Fuß  dick  nach  der  Queer  angeleget  sind  als  Scheide=Wände.  Sie  haben  gegen  die
Stadt  heraus  sowohl  unten  neben  ihren  Thüren  enge  Lufft=Löcher  /  und  noch  eines  mitten  über
der  Thüre  /  welche  alle  mit  starcken  kupffernen  Drat=Netzen  /  und  davor  mit  starcken  eisernen
Gittern  verwahret  werden.  Man  könte  auch  die  Thüren  just  in  die  Mitte  jedes  Magazyns
legen  /  und  mit  dem  einigen  Lufft=Loch  darüber  sich  vergnüͤgen.  Weil  die  hintere  Mauren  nur
4.  Rheinländische  Fuß  dick  angeleget  sind  /  sind  gegen  die  Mitten  der  Gewölber  vier  Fuß  lange  /
drey  Fuß  dicke  Speronen  daran  geleget  /  welche  genugsam  hindern  /  daß  die  Erde  durch  ihr
Drucken  ihnen  keinen  Schaden  thun  kan.
An  der  Flanc  liegen  fünff  /  (9.)  und  an  der  Face  gegen  dem  Ravelin=Graben  /  (welcher
vier  Ruthen  breit  beyderseits  mit  Stein  revetiret  /  und  mit  dem  Haupt=Graben  gleicher  Tieffe
supponiret  worden)  noch  4.  Casematten.  (11.)  Sie  sind  allezumahl  gegen  das  Bollwerck
hinein  18.  Fuß  lang  /  daß  man  also  die  grösten  Stücke  auf  Schiff=Laveten  bequem  darinnen
hanciren  kan.  Aber  an  den  Flanquen  stehen  die  Stücke  18.  an  den  Facen  hingegen  nur  16.
Fuß  von  ein  ander  /  daß  also  dort  13.  hier  11.  Fuß  Raum  in  der  Breite  /  und  dazwischen  5
Fuß  dicke  Schied=Mauren  bleiben  /  worauf  drey  Fuß  dicke  Gewölber  liegen  /  deren  Rinnen  zwischen =
  ihrer  Dachung  sich  hinauswarts  gegen  den  Graben  neigen  /  und  ihr  Wasser  dahinaus
giessen.  An  den  Winckeln  der  Flanc  mit  der  Face  sind  in  der  dicken  Mauer  Schöpff=Bronnen =
  (10.)  aufs  sicherste  /  und  bequem  in  der  Mitte  zwischen  den  Casematten.
Von  den  Casematten  der  Face  an  biß  hinauß  an  die  Spitze  der  Vollwercke  sind  Contreminen=Gänge -
  /  (12.)  dem  Boden  des  Grabens  gleich  und  also  unter  dem  Wasser  /  damit
sie  von  den  feindlichen  Minirern  nicht  gefunden  werden  /  welche  doch  so  nahe  darüber  hin  arbeiten =
  müssen  /  daß  man  ihre  Arbeit  deutlich  hören  /  darnach  leicht  finden  und  vernichten  kan.
Wenn  man  wegen  der  innern  Mauer  dieser  Gallerien  /  welche  nur  1½.  Fuß  dick  werden  kan  /
besorget  wäre  /  daß  sie  möchte  eingedrucket  werden  /  kan  man  zwischen  den  grossen  Contreforts
noch  kleine  daran  legen;  wiewohl  es  nicht  so  leicht  Noth  damit  hat  /  weil  sie  nicht  in  der  angeschütteten =
  Erde  /  sondern  in  dem  ordinaren  Boden  liegen  /  welcher  sich  von  langer  Zeit  fest  gesetzet =
  hat  /  und  nicht  mehr  so  ausdrucket  /  wie  die  angeschüttete  Erde.
Noch  ein  Souterrain  muß  ich  hier  beschreiben  /  welches  meines  Wissens  noch  nirgend  gemachet =
  worden  /  doch  mit  Conservation  der  Guarnison  seine  Kosten  wohl  bezahlen  könte.  Es
gibt  oben  auf  der  Face  ein  Corps  de  Gardes  ab  /  so  eine  gantze  Compagnie  /  so  wider  den  Feind
auf  einer  Bastion  stehet  wider  die  feindlichen  Feuerwercker  wohl  beschützen  kan  /  und  in  Fig.  1.
bey  num.  13.  wie  auch  Fig.  4.  im  Profil  vorgestellet  ist.  Es  ist  ein  gewölbter  Gang  8.  biß  9.
Fuß  hoch  und  weit  zwischen  drittehalb  schuhigen  Maueren  und  einem  zwey  Schuh  dicken  Gewölbe =
  also  beschlossen  /  daß  das  oberste  des  Gewölbes  just  dem  Wall=Gang  gleich  ist.  Die
fünfftehalb  Fuß  Erde  so  oben  darauf  geworffen  ist  /  dienet  nicht  nur  zu  Versicherung  des  Gewölbes =
  /  sondern  auch  zu  einer  Traverse,  dahinter  sich  diese  so  unter  freyen  Himmel  Posto  halten =
  müssen  /  vor  den  feindlichen  Bomben  bergen  köͤnnen.  Und  damit  beschliesse  ich  nun  auch
diese  Abhandlung  von  Souterrains.
Das  II.  Hauptstück.
Von  Brücken.
Goldmanns  Text  mit  dazwischen  gesetzten  kurtzen  Erklährungen =
  und  Anmerckungen.
e  Bruͤcken  seyn  gleichsam  Strassen/  dardurch  man  uͤber  die  Fluͤsse  und
andere  Wasser  gelanget:  dergleichen  werden  gantz  auß  Holtz  /  und  gantz
auß  Mauerwerck  /  endlich  auch  theils  aus  Mauerwerck  /  und  theils  aus  Holtz  aufgebauet =
  /  wo  nemlich  die  Joche  oder  Pfeiler  von  Steinen  aufgeführet  /  aber  im  übrigen =
  nur  mit  einer  höltzernen  Brücke  beleget  werden  /  wie  die  berühmte  Brucke  zu  Meissen.
Höltzerne  Brüͤcken.
Die  Hölzerne  Brüͤcken  werden  auf  grosse  Brüͤcken=Pfähle  /  welche  Vitruvius -
  Sublicas  nennet  /  gegrundet:  so  muß  man  denn  zuvorderst  Auffsicht  hahen
auf  einen  guten  Grund  /  nicht  so  sehr  /  daß  derselbige  grosse  Last=Gebäude  tragen  könne,
dahin  man  ja  höltzerne  Brücken  keineswegs  rechnen  mag  /  sondern  /  daß  darein  sich  die  Pfähle
wohl
            
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