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Schluß=Stein an beyderseits den übrigen Bogen in eben so viel Theile / oder in einen Theil
mehr. In diesem Fall ziehe ich von dem mittlern Schluß=Stein an durch den ersten / dritten /
vierten / sechsten / siebenden / neunten / zehenden und zwölfften Punct auß dem Centro blinde
Linien / in jenem Fall durch den andern / dritten / fünfften / sechsten / achten / neunten / eilfften und
zwöͤlfften Punct: Jn diesem kommen oben drey Schluß=Stein immediate neben einander /
wie in Tab. I. zwischen die uͤbrigen aber ihre Zwischen=Weiten. Jn jenem aber kommt überall =
eine Zwischen=Tieffe / welches besser ist. Hernach ziehe ich die liegende Fugen auß / biß sie
an die Schluß=Steine in der Ordnung anstossen. Also wenn die Theilung ist 15. Mod. und
drey solche Theile sind von oben biß auf den Kämpffer / so muß ich beyderseits von dem mittlern =
Schluß=Stein an den Bogen in 17. Theile theilen / und durch den andern / fünfften / siebenden =
/ zehenden / zwölfften und funffzehenden Punct die Central=Linien zu denen SchlußSteinen =
ziehen.
Von der Erfindung der Gröͤsse des Moduls.
(3.) Dieses ist nöthig / daß wir es noch etwas außführlicher auß wahren Gründen
außführen / und der blossen Regul / daß der Modul einen oder anderthalb Füsse groß seyn
musse / nicht blindlings folge. Derowegen müssen wir zu erst die nöthigen Maasse der ThorGebäͤude =
vornehmen und betrachten / wie sie sich mit den Reguln der Schöͤnheit vereinigen lassen. ¬
Die Pforten der Stadt=Thore haben nicht mehr zu ihrer Höhe nöthig als 15. Fuß / denn
darunter koͤnnen auch Heu=Wäͤgen paßiren / und das Gewöͤlbe innen hat nicht nöthig mehr
als einen Fuß in Lichten höͤher zu seyn. Weil man nun Fall=Gattere zu machen heut zu Tage
nicht eben nöthig befindet / auch sonst keine dringende Ursache hat / über dem Gewölb des Thores =
ein Geschoß zu bauen / so mag man gern alle diese Unkosten sparen / und das Thor unter
dem Wall=Gang völlig verdecket durchführen. So kan dieses zwar nicht geschehen / daß der
Wall=Gang gerade und gantz ungehindert könte über dem Thor hinlauffen / denn über der
geringsten Hohe des Thores in Lichten muß noch ein zwey Fuß dickes Gewölbe / und darüber
zum wenigsten 4. Fuß hoch Erde seyn / damit es den Bomben nicht allzusehr exponiret seye /
welches schon 22. Fuß zur Höhe des Wall=Gangs erforderet / zu der man heut zu Tage gar
selten kömmt. Und ob es schon aussen geschehen kan / daß man den Boden des Thores vier
Fuß unter den Horizont versencket / so gehet solches doch gegen der Stadt zu nicht an / daher
man genöthiget ist den Wall über dem Thor oben als eine Katze oder verhöhete Batterie zu
formiren. Wenn wir aber solche Thore nun außwarts mit einer manierlichen Architectur
verziehren sollen / so finden sich noch mehr Schwehrigkeiten / denn wo die Verhäͤltnuß an der
Breite und Höhe der Pforten gut seyn soll / so könte sie nicht weiter als 7½ Fuß in Lichten /
nemlich halb so viel als die Höhe / bekommen / welches viel zu enge ist. Da ein Stadt=Thor /
so zehen Rheinländische Fuß weit / mit harter Mühe vor breit genug gelten kan / sondern biß
12. erfordert werden. Darum ist kein besser Expediens außzudencken / als daß man die Oeffnung
der Thore nur biß an den Käͤmpfer hinauff reichen lasse / den Kämpffer aber durch den Bogen
durchlauffen lasse / und das Spatium unter dem Bogen mit Mauer außfülle / diese Außfüllung
aber mit höltzernen Rahm=Werck / als an denen Thor=Flügeln ist / bedecke / daß also doch das
Thor von aussen noch als ein völliger wohl proportionirter Bogen erscheine.
Solchemnach findet sich leicht die behörige Grösse des Moduls samt allen übrigen
Maassen des Thor=Gebäudes. Denn enger kan ich die Pforte nicht machen als zehen / und
weiter ist sie nichts nutz als 12. Rheinländische Fuß. Weil aber der Dorischen und Toscanischen =
Bogen=Stellung ohne Säulen=Stühl allezeit acht Modul weit wird / so erhellet / indem
ich jene Zahlen mit 8. dividire / daß der Modul zu einem Thor=Gebäude müsse wenigstens seyn
ein und ein viertel / höchstens ein und ein halber Rheinländischer Fuß. Also meyne ich / sey
auch vollständig genug Anleitung gegeben / daß man in jeden Fall ein Stadt=Thor könne
correct und schoͤn angeben.
Mnhang /
Von Casematten und andern Souterrains der
Festungs=Wercke.
GAsematten oder Geschütz=Keller werden auf zweyerley Weise nutzlich gebauet / entweder
Hunter niedrigen Streich=Plätzen der Flanquen / zwischen denen und den hohen Flanquen
trockene kleine Gräͤben liegen / oder unter den hohen Wällen selbst / da sie gantz eingeschlossen =
liegen. Dabey ist neben dem / daß sie so starck gebauet werden / daß die darauff fallende Bomben =
ihnen nicht schaden köͤnnen / das vornehmste / daß darinnen die Stüͤcke köͤnnen gelöset werden =
/ ohne die dabey Arbeitende durch den Rauch und durch den Knall zu incommodiren. Über
dieses muß auch darauf gesehen werden / daß nicht nur / wenn die Wasser in den Graben und
unter der Erde selbst wachsen / kein Wasser in die Casematten eindringe / sondern auch / daß das
Regen= und Schnee=Wasser / welches sich durch die Erde des Walles einziehet / den Gewölbern =
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