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ihren Verschanzungen. Sie warfen nicht Spiesse, noch schossen sie
Pfeile ab, sondern sie zogen ihre Schwerter und griffen mit diesen die
Reihen an.
Der Fürst Schahriam, als er sie so unwiderstehlich vordringen sah,
warf sein Diadem zur Erde, und rief seinen Patriziern zu: „Römer,
bedenket, dies ist der Tag, der über das Schicksal eures Reiches und
über euer Leben entscheiden wird; kämpfet für euren Glauben und für
euer Reich, für Weib und Kind; seid standhaft und unverzagt; ihr
seid ja weit zahlreicher als die Feinde; ihr verschuldet den Zorn des
Messias, wenn ihr die Flucht ergreifet. Streitet mit reinen Gedanken,
und das Kreuz wird euch Beistand gewähren.“ An dem Tage der
Schlacht befand sich auch ihr Patriarch, der bei ihnen in der Religion
entscheidet, im Lager mit allen Priestern aus Dschefire; die Mönche,
Diakonen und Metropoliten erhoben die Kreuze, beteten zu dem, den
sie in ihrer Abtrünnigkeit Gott gleich stellen, und ermunterten die Römer ¬
zum Kampf gegen das Volk des Koran. Schahriam sagte zu diesem -
Patriarchen, der sein ganzes Vertrauen genoss: „Vater, ermahne
die Römer, und ermuntere sie zum Kampfe; wecke in ihnen die Furcht
des Messias.“ Der Patriarch ging durch die Reihen, und sagte zu den
Soldaten: „Wer von euch flieht, dem wird der Messias nimmer gnädig
sein, kämpfet für euren Glauben und für euer Gesetz, ruft den Messias
um Hülfe an.“ Dann begab er sich mit allen Priestern und Mönchen
auf einen hohen Hügel, von wo man beide Heere sah: dort erhoben sie
die Kreuze und entfalteten die Evangelien; sie beteten, in ihrem Unglauben ¬
an den Allmächtigen, zn dem Messias um Hülfe und demüthigten ¬
sich vor dem Kreuze, in der Meinung, es werde sie erhören.
Abd Rabhi und el Aschaath ben Malek erzählen nach Jahia ben
Hafem dem Chaulaniten, und Beschir ben Aamer, der in dieser Schlacht
gegenwärtig war: die Schlacht von Merdsch Raaban fiel am dritten
Tage des Monats Szefer im Jahre 18 (12. Februar 639) vor. Schahriam ¬
hatte vor der Schlacht die Weiber und Kinder der Patricier sowohl
als der Soldaten von Ras Ain und den übrigen Orten in’s Lager kommen ¬
lassen. Diese standen vor den Zelten, hoben die Kinder in die
Höhe, und ermunterten ihre Männer und Brüder, sie bei Namen rufend.
Von allen Seiten erhob sich Geschrei, und die Soldaten und Patricier
fühlten sich durch die Anwesenheit ihrer Weiber und ihrer Geistlichen
sehr ermuthigt. Sie wichen nicht, sie bildeten eine unerschütterliche
Linie; sie schossen persische Pfeile gegen die Araber ab; die Bedschile,
die Morad el Sekasek und andere Männer aus Jemen, die im arabischen
Heere in der Fronte standen, erwiederten dies durch arabische Rohrpfeile.