Mohammedaner nach meinem Schlosse, und bewache es, und bewache
diese, bis du weitere Befehle von mir erhältst.“ Zugleich zog er seinen
Siegelring vom Finger, und gab ihn Mischa. Vor Mardin kam ihm der
Befehlshaber der Festung entgegen; als dieser den Siegelring aus
Mischa's Händen empfing, erlaubte er ihm, in das Rastell hinaufzugehen,
und die Gefangenen dorthin zu führen.
Dort bewachte sie Mischa, und sah ihre herrliche Frömmigkeit, und
bewunderte die Vortrefflichkeit der heiligen Reden, die sie wiederholten.
Einst fragte er sie: „Sagt mir, wie viel Gebete sind euch für Tag und
Nacht geboten?“ Abdalla ben Otban erwiederte: „Fünf, und wer alle
ihre Verbeugungen und Adorationen vollbringt, ist Gott wohlgefällig,
wer sie nicht vollbringt, stürzt in’s ewige Feuer. Also sagt Gott der
Allerhöchste in seinem Buche, das er seinem Propheten offenbart hat:
Beobachtet die Gebote und das mittelste Gebot, und verharret im Gehorsam ¬
gegen Gott.22) So sagt unser Prophet: Das Gebet ist ein Band
zwischen dem Diener und seinem Herrn; in ihm ist die Gewährung der
Bitten, die Wohlgefälligkeit der Werke, der Segen des täglichen Brotes, ¬
die Ruhe des Körpers, ein Bett im Grabe, Antwort für die fragenden ¬
Engel Munkir und Nekir, ein Vorhang zwichen uns und dem Feuer,
ein Gewicht in der Wage des Gerichts, ein Schlüssel zum Paradiese.
Dies Gebet ist allen Völkern geboten worden, aber es half ihnen nicht,
und sie vollbrachten es nicht genügend, bis Gott es uns gebot, und uns
dadurch beistand. Im Gebet sind alle Religionspflichten vereinigt: der
Glaubenskampf, denn der Betende bekämpft Satan und sich selbst; das
Fasten, denn der Betende isst und trinkt nicht, und das Gebet ist mehr
als das Fasten durch die Unterredung mit Gott; in dem Gebete ist die
Wallfahrt, denn der Betende begiebt sich zum heiligen Hause des
Herrn, und das Gebet ist mehr als die Wallfahrt, wegen der Nähe des
Herrn; denn Gott spricht: Betet an, und ihr seid mir nahe. 73) Unser
Prophet sagte: Alle Gebote hatte Gott der Welt gegeben äusser dem
Gebet; dieses hat er mir geboten, als ich vor ihm stand. Er sprach:
Mohammed, dieses Gebet befahl ich allen Propheten, und gebot den
Völkern, meinen Willen desshalb zu thun; aber sie brachten es mir
nicht dar, denn das Volk des Moses lernte nur das Gebet nach dem
Riemen; das Volk Jesu unterliess es ganz. Nun habe ich es deinem
Volk geoffenbart, und in ihm alle Religionspflichten vereinigt. Auch
erzählt unser Prophet, wie Gabriel (Gott sei ihm gnädig und segne ihn)
zu ihm trat und sagte: O Mohammed, stehe auf und thue wie ich thue;
dann trat er hin, und betete mit zwei Kniebeugungen, und sagte: O
Mohammed, dies ist das erste Gebet, und ist das Mittagsgebet, und