widerrieth es, damit nicht die Araber sich an ihren Gefangenen rächen
möchten: das Beste sei, sie nach dem Schloss Mariens zu schicken, und,
wenn die Araber sendeten, und ihre Freilassung forderten, zu erklären,
sie seien nicht bei ihnen, und man bekümmere sich nicht um das Schicksal ¬
der Gefangenen, die sie in ihrer Gewalt hätten: — dies würde sie
besorgt machen. Schahriam befolgte diesen Rath, und sie wurden nach
dem Schlosse der Maria geschickt, als diese sie unterwegs bei Dunisi traf.
In der Nacht erreichte sie das Heer der Moslemin. Soheil ben
Addi und Nedschebe ben Medschid waren mit zweitausend Mann auf
den Vorposten. Diese begegneten ihr, und führten sie, wie sie es verlangte, ¬
vor den Feldherrn. Als sie vor ihn trat, wollte sie sich, nach
Sitte der Römer bei ihren Fürsten, auf's Antlitz niederwerfen. Ijadh
aber gestattete es nicht, und sprach: „Der höchste Gott hat uns durch
den Islam verherrlicht, und durch Mohammed geleitet: er hat aus unsern
Herzen Hass und Neid und das Nachhängen der Lüste entfernt und uns
durch seine Gnade erhöht; er hat uns vom Anbeten eines Menschen
entfernt: denn dieses Anbeten begründet den Hochmuth der Rönige,
und Gott, der Gepriesene und Erhabene sagt: Grösse ist mein Gewand, ¬
und Erhabenheit mein Rleid, und wer sich in ihnen mir annähern
will, den zerschmettere ich.“ 69) Maria verstand ihn, denn sie war der
arabischen Sprache kundig. Sie antwortete: „O Emir, hierdurch, bei
Gott, siegt ihr über die Römer: und nun wisse, dass ich Maria bin, die
Tochter Arsius, des Herrn von Mardin; ich komme zu dir mit diesem
Geschenk; und wisse, dass der Gefangene, der in euren Händen ist,
mein Gemahl ist, und ich kann ihn nicht mit Geduld eutbehren: es ist
Amuda. Auch sah ich den Messias und seine Apostel im Traum, und
sie geboten mir euch zu folgen; desshalb komme ich, um zu eurem
Glauben überzutreten. Ich will euch mein Schloss und das meines
Vaters überantworten, aber unter der Bedingung, dass ich mit meinem
Gemahl in dem Besitz des Schlosses bleibe, das in meiner Hand ist;
dass ihr mich nicht vertreibt, sondern dass ich die Fürstin meines Volkes ¬
bleibe.“ Als ljadh ihre Rede hörte, lachte er, und sagte: „Maria,
du kamst um Arglist gegen uns zu gebrauchen, um deinen Gemahl zu
erhalten; wie kann er aber dein Gemahl sein, da er dein Sohn ist?“
Darauf erzählte er ihr ihre und seine Geschichte. Bei diesen Worten
erblasste und erbebte Maria. „ mein Herr, sagte sie, woher hast du
dieses erfahren, und wer hat dir angezeigt, dass Amuda mein Sohn ist,
da er doch der Sohn Schahriam’s, des Fürsten von Ain Werde ist?“
Er erwiederte: „Unser Prophet Mohammed erschien mir in dieser Nacht,
und sagte mir dies und deinen Anschlag, der dich zu uns geführt hat.“