Muth, und Schrecken ergriff ihr Herz. Sie ging in die Stadt und um
die Mauer, und wandte sich an den frommen Diener Jukinna: „Du
allein, sprach sie, o Diener des Messias, bist uns übrig unser Reich zu
stützen und uns zu rathen.“ Er erwiederte: „Ich gchöre dir an, Fürstin, ¬
und bin unter deiner Herrschaft.“ Und sie beschenkte ihn und
seine Gefährten mit Ehrenkleidern und übertrug ihm den obersten Befchl. ¬
Jukinna wandte sich darauf zu seinen Gefährten, und sagte:
„Wisset, dass ihr jetzt den Befehl in dieser Stadt habt, denn die Fürstin ¬
vertraut auf euch, in der Erwartung, dass wir es aufrichtig mit ihr
meinen, und ihr Land beschützen, und ihre Feinde bekämpfen werden.“
Er sandte sie darauf auf die Mauer, und liess auf dem grossen Thurm
an der Seite des Chabur eine grosse Ratapulte aufpflanzen. In diesem
Thurm hatten die Einwohner ihre beste Habe und Schätze verwahrt.
Von dieser Ratapulte wurden Steine gegen die Araber geschleudert:
aber sie flogen über sie weg, und thaten keinen Schaden. Aber die
Araber umgaben die Mauer, und fochten sehr heftig: sie schossen
Pfeile ab, und schleuderten Steine, und sie fehlten nicht, sondern
trafen, und ihre Rnechte, wie die Freien, strebten für Gott. Einige
warfen Steine mit Schleudern, und auch diese trafen und fehlten
nicht; und der Anführer der Schleuderer war Mundhir ben Aaszem,
der trefllichste Schleuderer in ganz Hedschaf und Jemen; die Stärke
seines Arms war so gross, dass, wenn er nach dem grossen Thurm
schleuderte, auf welchem die Ratapulte stand, er einen Soldaten nach
dem andern traf. Daher nannten die Araber diesen Thurm den Thurm
Mundhir’s.
Und die Araber drängten Rarkisia, die Niederlage ward gross, und
die Einwohner fanden den Rampf zu schwer. Die Fürstin Armanusa
erinnerte Jukinna an sein Versprechen, Rath gegen die Araber zu finden; ¬
er versprach es sogleich zu erfüllen; stieg auf die Mauer, dem
Heer der Araber gegenüber, und rief: „Ihr Araber, der Rampf zwischen
uns und euch dauert lange, und wir wünschen einen Vertrag mit euch
zu schliessen. Ich verlange von euch, dass ihr zehn eurer angesehensten -
Männer zu uns sendet, damit wir sehen, ob wir nicht über einen
Vergleich übereinkommen können, bis ihr Schahriam besiegt und Ras
Ain erobert haben werdet: dann werden wir euch unterthänig sein.
Fordert denn eine Summe zur Vergütung. Wir wissen, dass ihr euer
Wort haltet.
Abdalla ben Otban und Soheil ben Addi und die Moslemin erriethen ¬
seine Absicht, und Soheil antwortete ihm: „0 Feind deiner
eigenen Seele! Du bist von uns entflohen, und hast deine Feindselig¬