Full text : Wāqidī, Muḥammad Ibn-ʿUmar: Geschichte der Eroberung von Mesopotamien und Armenien

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Seif  ben  Saad  erzählt:  Da  Ijadh  ben  Ganem  die  Auswanderung
der  Ajadi  von  Schemta  auf  das  römische  Gebiet  an  Omar,  den  Fürsten
der  Gläubigen,  berichtet  hatte,  schrieb  dieser  an  Heraklius,  oder  an
seinen  Sohn  Konstantin:  „Bei  Gott!  woferne  du  sie  nicht  aus  deinem
Lande  verbannst,  werde  ich  alle  Christen  in  meinem  Reiche  vertilgen.“
-  Und  nach  diesem  Briefe  lieferte  der  griechische  Raiser  sie  aus.  Und
Ijadh  bereitete  sich  eifrig,  Schahriat  zu  begegnen,  und  befahl  seinen
Truppen,  sich  zur  Schlacht  fertig  zu  halten.
Schahriat  aber  hatte  seine  Patricier  und  Vornehmen  versammelt,
und  redete  sie  folgendermassen  an:  „Wisset,  einer  der  persischen  Weisen ¬
  hat  gesagt:  der  Krieg  ist  ein  trügerischer  Bote.  Ich  beabsichtige,
euch  morgen  gegen  diese  Araber  zu  führen;  wenn  ich  aber  dieses  zu
thun  im  Begriff  bin,  so  zieht  eure  Schwerter  gegen  mich,  als  wolltet
ihr  mich  tödten,  und  ich  werde  dann  zu  euch  sagen:  ich  sagte  dieses
nicht,  um  euch  von  dem  Kriege  gegen  Mohammed  und  seine  Anhänger
abzuhalten,  sondern  bloss,  um  eure  Standhaftigkeit  im  Glauben  zu  erkennen, ¬
  und  zu  sehen,  ob  auch  Furcht  vor  diesen  Arabern  euer  Herz
befallen  hat.  Wenn  ihr  diese  Worte  höret,  so  stecket  eure  Schwerter
wieder  in  die  Scheide,  und  leistet  mir  wieder  Gehorsam,  und  kämpfet
gegen  die  Araber.  Ich  aber  werde  zu  ihnen  gehen,  und  zu  ihnen  sagen:
Araber,  meine  Freunde,  wisset,  ich  wollte  euch  das  Land  überliefern,
aber  meine  Patricier  und  Grossen  widersetzten  sich  mir,  und  beabsichtigten -
  mich  zu  tödten;  desshalb  komme  ich  nun  zu  euch,  denn  mein
Verlangen  steht  nach  euch.  Das  Volk  wird  alsdann  sorglos  sein,  ich
werde  sie  in  Unordnung  finden,  und  ihren  Anführer  tödten,  und  ich
hoffe,  dass  der  Messias  mir  hierin  seinen  Beistand  leihen  werde.  Ich
weiss  aber,  dass  das  Volk,  wenn  ihr  Anführer  getödtet  ist,  in  Schrecken
geräth,  und  uneins  wird.  Dann  werde  ich  entfliehen,  und  mit  euch  sie
in  ihrer  Unordnung  angreifen,  und  sie  bis  auf  den  letzten  Mann  vertilgen.“ -
  Vartabek  der  Armenier  widersetzte  sich  diesem  Vorschlage,  und
sagte:  „Wie  kannst  du  so  dein  Leben  Preis  geben  und  der  Gefahr
aussetzen?  Wenn  du  dieses  thust,  so  wirst  du  gewiss  von  den  Arabern
getödtet;  wir  aber  fürchten  uns  vor  den  Vorwürfen  des  Königs  Schahriam, -
  welcher  uns  tadeln  wird,  dass  wir  es  zugegeben  hätten,  dass  du
dein  Leben  in  Gefahr  setztest,  und  wir  Dich  in  den  Händen  der  Araber
gelassen  hätten,  die  den  Heraklius  besiegt  und  die  Cäsaren  vernichtet
haben.  Wir  können  es  dir  nicht  zugeben.“  Hierauf  sagte  Abdalla
Jukinna:  „Das  ist  ein  wahres  Wort;  was  soll  aus  uns  werden,  wenn
wir  den  König  ziehen  lassen,  und  sein  Leben  den  Arabern  Preis  geben?
Ich  weiss  jedoch  einen  besseren  Rath.  Wir  thun  morgen  alle  zusammen
            
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