fullscreen : Wāqidī, Muḥammad Ibn-ʿUmar: Geschichte der Eroberung von Mesopotamien und Armenien

des  Rewther,  mit  Vorhängen  und  hohen  Gewölben,  mit  aufgerichteten
Thronen  und  ausgebreiteten  Teppichen,  mit  gereinigten  Geräthen  und
aufgestellten  Sitzen;  die  Kronen  sind  aus  Smaragden;  die  Rleider  aus
kostbaren  Zeugen  gewebt;  Pferde  von  vollkommner  Schönheit  sind
gesattelt.  Und  über  den  Thoren  ist  mit  der  Feder  des  Geheimnisses
geschrieben:  Gehet  ein  in  das  Paradies  für  eure  Thaten.“  Als  das
Mädchen  dies  hörte,  fragte  sie,  wodurch  sie  diese  Gnade  verdient  hätte.
Die  Reiter  antworteten  ihr:  „Für  dein  Bekenntniss  des  einigen  Gottes,
des  grossen  Herrn,  und  für  deine  Ueberzeugung  von  der  Wahrheit
seines  edlen  Propheten.“  Das  Mädchen  stiess  darauf  einen  Schrei  aus,
und  war  todt.  Sahel.  ben  Saf  begrub  sie;  die  Märtyrer  verschwan
den.  Als  er  aber  bei  seiner  Ankunft  im  Heere  des  Abdalla  ben
Otban  und  Soheil  ben  Addi  diese  Ereignisse  erzählte,  wurden  die
Moslemin  in  ihrem  Glauben  bestärkt,  und  sie  sehnten  sich  nach  dem
Kampfe  mit  den  Ungläubigen.  Sahel  aber  lebte  noch  41  Tage,  worauf
er  starb.
Szafuan  ben  Aamer  erzählt  nach  Chowailid  ben  Madsched,  und
Abderrahman  ben  Abd  nach  Nooman  ben  Jaser,  wie  dieser  es  von  dem
erfuhr,  der  ihm  die  Geschichte  der  Eroberung  von  Rebia  erzählte:  Als
Abdalla  ben  Otban  und  Soheil  ben  Addi  ihre  Truppen  vor  Karkisia
geführt  hatten,  befestigten  sie  ihr  Lager  mit  einem  Graben,  an  dem  sie
nur  einen  Ausweg  liessen.  Unterdessen  hielt  Ijadh  ben  Ganem  einen
Rriegsrath  im  Lager  bei  Rakka,  unschlüssig,  ob  er  zuerst  Rarkisia  oder
Harran  und  Roha  angreifen  sollte.  Chalid  ben  Welid  sagte:  „Willst
du,  Emir,  ein  Heer  ruhig  lassen,  welches  herbeieilt,  um  dich  anzugreifen,
und  dich  gegen  die  Städte  wenden?  Greife  das  Heer  des  Feindes  an,
und  wenn  du  dies  geschlagen  hast,  und  Furcht  ihre  Herzen  erfüllt,
dann  wähle  dir  eine  Stadt  oder  Festung  zum  Angriff,  und  du  wirst  sie
crobern,  wenn  Gott  es  so  will.“  Dieser  Rath  gesiel  Ijadh  wohl,  und
er  beschloss  ihm  zu  folgen.  Und  siche!  seine  Kundschafter  aus  der
Zahl  der  Einwohner,  die  sich  unterworfen  hatten,  berichteten  ihm,  dass
Schahriat  von  Rasain,  und  Tiriates  von  Dara  und  Tel  Musen,  und  Vartabek -
  der  Armenier  von  Schariat,  und  Sames  ben  Michail  von  Dschemlein, -
  und  Armanus  von  Tel  el  Fesaa,  und  Ardschui  von  Barea,  und
Arsus  von  Mardin,  und  Rudes  von  Harran  und  Roha  sich  verbunden
hätten,  ihm  vereint  zu  widerstehen,  dass  sie  zweihunderttausend  Mann
griechischer  und  armenischer  Truppen  versammeln  würden;  dass  die
christlichen  Araber  von  ihnen  abgesondert  eine  Tagereise  von  Ijadh’s
Lager  ständen,  zwölftausend  Mann,  und  ihre  Familien  bei  sich  hätten;
sie  hätten  sich  bei  den  Fürsten  anheischig  gemacht,  Ijadh’s  Heer  anzu¬
            
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